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1. April 2009

Gegen „Abschaffung des Weiblichen“

p(einleitung). Neue Reihe über Feminismus stößt auf großes Interesse

Nicht nur die „Alphamädchen“ haben es vorgemacht: Das Interesse am Feminismus wird wieder größer. Das zeigte sich auch im Evangelischen Frauenbegegungszentrum beim Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe „Denkräume“. Über sechzig Frauen aller Altersgruppen und aus unterschiedlichen feministischen Richtungen waren gekommen, um die Theologin und Publizistin Christa Mulack zu hören, die mit ihren Büchern über die patriarchalen Anteile der jüdisch-christlichen Tradition die Anfänge der feministischen Theologie maßgeblich geprägt hat. „Wir möchten mit dieser Reihe neue Themen anstoßen und Positionen auch kritisch hinterfragen“, betonte Frauenpfarrerin Eli Wolf zur Begrüßung.

!(rechts)2009/04/seite09_mitte.jpg(Christa Mulack – rechts – und Frauenpfarrerin Eli Wolf eröffneten die neue Diskussionsreihe über Feminismus. | Foto: Antje Schrupp)!

Kontrovers ging es auch gleich am ersten Abend zu. Christa Mulack hatte ihren Vortrag mit der Frage „Sind Lesben frauenfeindlich?“ betitelt. Das Thema habe sie gewählt, weil sie gerade unter lesbischen Frauen häufig eine „Kultur fehlender Wertschätzung für Andersdenkende“, eine aggressive Grundstimmung im Umgang miteinander sowie eine gewisse „Verachtung für jegliche Form von Weiblichkeit“ beobachtet habe. Die „Überbewertung des Männlichen“, ein Kennzeichen patriarchaler Kulturen, sei auch unter lesbischen Frauen oft normgebend, so Mulack. Im Patri­archat seien alle Frauen Opfer, allerdings würden manche Lesben sich als vermeintliche „Nicht-Opfer“ sehen, die sich aus den Beschränkungen eines auf Männer bezogenen Lebens befreit hätten. Aus dieser Perspektive schauten sie dann auf die anderen, vermeintlich weniger freien heterosexuellen Frauen herab.

Deutlich grenzte sich Christa Mulack von der „Genderforschung“ und der Queer-Philosophie ab, also neuen feministischen Theorien, die das Frausein gänzlich als sozial konstruiert verstehen. „Es genügt nicht, den alten Weiblichkeitsbegriff einfach abzulegen, sondern wir müssen ihm etwas Neues, eine feministische Anthropologie des Frauseins entgegensetzen“, so Mulacks Appell. „Dem Patriarchat ging es schon immer um die Abschaffung des Weiblichen. Alle Unisex-Modelle passen da hinein.“

Die Reihe wird am Freitag, 15. Mai, mit einem Vortrag der Soziologin Frigga Haug zum Thema „Das Sexuelle und das Politische“ fortgeführt (19 Uhr, Evangelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15).

p(autor). Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. April 2009 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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