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1. Mai 2009

Klarer transparenter Klang

p(einleitung). Konzertkultur in der Preungesheimer Festeburgkirche

Rein von der Architektur gesehen hat die kleine Kirche im Wohngebiet von Preungesheim nichts Besonderes. Aber wer den Innenraum betritt, ist spätestens dann überrascht, wenn ein Instrument erklingt. Klar und transparent klingt das, ohne Nachhall oder andere unangenehme Begleiterscheinungen.

Die aus Backstein und viel Holz bestehende Festeburgkirche hat sich so den Ruf erworben, einer der akustisch besten Konzertsäle Frankfurts zu sein. Seit 35 Jahren veranstaltet ein eigens dafür gegründeter Verein die Festeburgkonzerte. „Wir wollen den Bürgern am Rande der Stadt qualitativ hochwertige Klassikkonzerte zu einem günstige Preis bieten“, erklärt Karl-Heinz Pape, der Schatzmeister.

==Künstlerischer Leiter der Reihe ist Ernst C. Kochsiek, der aufgrund seines Berufes hervorragende Kontakte zu vielen etablierten Künstlerinnen und Künstlern hat. Der gelernte Klavier-Baumeister und -stimmer gilt als hoch spezialisiert, wenn es um den richtigen Dreh an den Klaviersaiten geht. Kochsiek stimmt Flügel an Opernhäusern und arbeitet auch für renommierte Klassikfestivals. So kann er schon einmal Stars nach Preungesheim holen, die ansonsten an den großen Konzerthäusern gastieren.==

Durch seine Arbeit hat er etwa die Weltklassepianistin Ewa Kupiec kennen und schätzen gelernt, die auch in diesem Frühjahr wieder in Frankfurt gastierte und ihrem Landsmann Chopin einen ganzen Konzertabend widmete. Obwohl am Tag des Konzertes durch einen kleinen Unfall gehandicapt, bot die 1964 geborene Virtuosin ein künstlerisch hoch­wertiges Programm und stellte gleichzeitig auch die gattungsspezifisch vielseitigen Kompositionen Chopins vor. So gelang ihr eine ausgeklügelte, in jeder Faser, jedem Takt durchdachte Version einiger Nocturnes.

Nur wenige Pianisten können musikalisch derart „atmen“, so wohlbedacht Rubati setzen, differenziert den Anschlag zwischen härtester Punktierung und großatmigem Legato variieren, wenige hören so hinein in Akkorde, in Klangfarben. Auch arbeitete Kupiec die schärfsten Tempo- und Stimmungskontraste zwischen „Lento“ und „Presto con fuoco“ heraus. Und in den Mazurken klang der Diskant perlend, ja lieblich.

Etliche CD-Aufnahmen von Kupiec, die unter anderem am Gewandhausorchester Leipzig gastierte, mit dem Gürzenich-Orchester und den Münchner Philharmonikern spielte, wurden in der Festeburgkirche aufgenommen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass das Gotteshaus mit moderner Studiotechnik ausgestattet ist. „Wir haben hier schon ungefähr 500 CDs mit klassischer Musik aufgenommen“, sagt Kochsiek, der seine ehrenamtliche Arbeit wie alle von Team mit viel Engagement und Leidenschaft ausübt.

Beim nächsten Festeburgkonzert am Samstag, 31. Mai, um 19 Uhr stehen Violinsonaten von Beethoven auf dem Programm. Interpretiert werden sie von Alejandro Rutkauskas (Violine) und Carmen Piazzini (Klavier). Mehr Informationen im Internet unter „www.festeburg.org“:http://www.festeburg.org.

p(autor). Joachim Schreiner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2009 in der Rubrik Kultur, Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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