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1. September 2009

„Reliunterricht neu denken“

p(einleitung). Scheidende Studienleiterin kritisiert konfessionelle Schranken

Ihre Schlussfolgerungen sind klar und selbstkritisch: Pfarrerin Karin Frindte-Baumann, die die Leitung des Religionspädagogischen Amtes in Frankfurt nach 18 Jahren zum Schuljahreswechsel abgegeben hat, fordert die Kirchen dazu auf, den Religionsunterricht neu zu denken. Es sei „schwierig“, dass sie sich so auf den konfessionellen Religionsunterricht festgelegt hätten, bei dem evangelische und katholische Kinder getrennt werden.

!(rechts)2009/09/seite09_rechts.jpg(Foto: Rolf Oeser)!

Als Studienleiterin begleitete Frindte-Baumann in den 172 Frankfurter Schulen 460 Religionslehrerinnen und -lehrer und zwölf für den Schuldienst freigestellte Pfarrerinnen und Pfarrer. Sie organisierte Fortbildungen und hielt eine Fachbibliothek vor. Jetzt ging sie in den Ruhestand.

Der konfessionsgetrennte Religionsunterricht sei vor allem in der Grundschule den Eltern nicht mehr zu vermitteln, so Frindte-Baumann. Zudem seien die christlichen Kinder in den Grundschulen Frankfurts in der Minderheit. „Die Eltern wünschen sich in der Grundschule einen gemeinsamen christlichen Unterricht und daneben einen muslimischen Unterricht.“

Überholt sei die in kirchlichen Kreisen noch häufig anzutreffende Vorstellung, wonach der Religionsunterricht in der „Mitte der Schule“ stehe. „Das tut er nicht. Es nimmt nur eine Minderheit der Schülerinnen und Schüler an ihm teil.“ Insofern begrüßt Frindte-Baumann die Einführung eines verbindlichen Ethik-Unterrichts. Leider gebe es hierfür bisher noch zu wenig Lehrerinnen und Lehrer.

Nachdrücklich betont die scheidende Studienleiterin, dass sie nicht grundsätzlich für einen konfessionsübergreifenden Religionsunterricht plädiere, „aber ich bitte um Verständnis für die Schulleitungen“. Diese hätten nämlich enorme Probleme bei der Organisation. Frindte-Baumann hält es für wichtig, sich differenziert zu überlegen und auch nach außen zu zeigen, was im Religionsunterricht jeweils vermittelt werden soll. Vor allem in der Grundschule gehe es hauptsächlich darum, Kinder mit biblischen Texten bekannt zu machen. Bei den aufsteigenden Klassen kämen dann später immer stärker die Traditionen von Kirche und Glaube hinzu und natürlich auch Informationen über andere Religionen.

„Der Religionsunterricht soll beheimaten und befähigen, eine Reise anzutreten, um Menschen anderer Religionen kennen zu lernen“, so Frindte-Baumann. Ihrer Meinung nach reicht es auch nicht, sich auf den Religionsunterricht zu beschränken. „Wenn wir als Kirche in multikulturellen Metropolen Mitverantwortung für die Bildung tragen wollen, müssen wir auch selbst Schulen betreiben“, ist sie überzeugt. Insofern hält sie es für einen großen Fehler, dass der Plan, eine evangelische Schule in Frankfurt zu gründen, aufgegeben wurde.

p(autor). Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. September 2009 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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