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1. September 2009

Einkommen für alle

p(einleitung). Frauen diskutierten über soziale Perspektiven

Der Einstieg war ungewöhnlich. „Wer ist für ein bedingungsloses Grundeinkommen?“ fragte Antje Schrupp gleich zu Beginn ihres Vortrags im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum. Die meisten der rund vierzig Zuhörerinnen bejahten. Grund genug für die Referentin, in diesem Rahmen vor allem die kritischen Aspekte des Themas aufzugreifen.

Mit ihren Ausführungen über die Geschichte der Grundeinkommens-Idee, deren überwiegend männlich geprägte Modelle sowie die feministische Kritik daran stellte Schrupp offene Punkte zur Debatte. Was zu wenig berücksichtigt werde, sei vor allem die Frage, wer denn in einer Gesellschaft, in der jeder nach seiner Neigung arbeiten könne oder eben auch nicht, die Haus- und Fürsorgearbeit übernehmen würde? Vermutlich wieder überwiegend die Frauen – wie bisher ja auch. Davon scheinen zumindest die meisten Modelle implizit auszugehen. Die Politologin und Journalistin schlug hingegen vor, verschiedene Arten von Ökonomie – Marktwirtschaft, Schenken Selbstversorgung und Ehrenamt – zu unterscheiden und in ihrer je eigenen Logik ernst zu nehmen. So könnte zum Beispiel Arbeit, die zwar notwendig ist wie Kinder- und Altenpflege oder gemeinnützige Arbeit, die sich aber unter marktwirtschaftlichen Kriterien „nicht rechnet“, mit einem doppelten Grundeinkommen honoriert werden.

Eine überzeugende Idee, fanden viele Zuhörerinnen, aber der Sinn für Gerechtigkeit ließ sie kritisch bleiben: „Ich möchte nicht, dass mein fauler Nachbar Geld fürs Nichtstun bekommt“, lautete ein Einwand, oder: „Der Staat soll nicht vorschreiben, was sinnvoll ist.“ Schrupps Appell: Statt über wirtschaftliche Fragen immer nur im Detail zu diskutieren, das Ganze in einem größeren Zusammenhang neu zu denken.

p(autor). Carla Diehl

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. September 2009 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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