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1. September 2009

Spirituelle Begegnungen

p(einleitung). Das christliche Interesse am Buddhismus

Während die Beziehungen zwischen Christentum und Islam heute meist als konfliktreich thematisiert werden, scheint vielen eine Verbindung von Christentum und Buddhismus attraktiv.

Ursula Baatz schildert in ihrem Buch die Berührungspunkte zwischen beiden Religionen. Sie bietet eine gut recherchierte Übersicht über die verschiedenen Denkschulen, gibt aber auch grundsätzliche Anregungen, wie Weltanschauungen sich gegenseitig befruchten können.

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In einem ersten Teil wird die durchaus schon sehr alte Geschichte der Begegnung beider Religionen nachgezeichnet. Viele heutige Ansichten über den Buddhismus sind von Ideen gespeist, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, als die westliche Rezeption dieser östlichen Sehnsuchtsreligion zwar von großer Faszination, aber von wenig belastbarem Wissen und eigenen Erfahrungen geprägt war. Der aktuelle Teil beschäftigt sich vor allem mit dem Wirken des katholischen Jesuitenpaters Hugo M. Enomiya-Lassalle, der 1978 als erster Christ von dem japanischen Zen-Meister Yamada Koun Roshi die Lehrerlaubnis für Zen bekam. Durch seine Vermittlung gingen seit den 1980er Jahre viele deutsche Theologinnen und Theologen nach Japan, um dort Zen zu üben, darunter einschlägig bekannte Namen wie Willigis Jäger, Gundula Meyer, Niklaus Brantschen. Sie haben seither die Zen-Übung als Teil christlicher Spiritualität in Deutschland bekannt gemacht und etabliert.

Am Anfang stand auf beiden Seiten der Anspruch auf die absolute Wahrheit: Sowohl Hugo Lassalle als auch Yamada Koun Roshi glaubten, dass die andere Religion „eigentlich“ dasselbe sagt wie die eigene. Auch heute noch tendieren viele dazu, die Widersprüche zwischen Christentum und Buddhismus letztlich aufzulösen, indem beide als parallele Wege hin zu einer „letzten Wahrheit“ gesehen werden. Allerdings haben solche Vorstellungen immer die Tendenz, sich das Fremde im Sinne eigener Ansichten zurechtzubiegen. Eine Alternative sieht Baatz darin, die Begegnung von Christentum und Buddhismus nicht als „Vereinigung“ spiritueller Wege zu verstehen, sondern als Beziehung, durch die sich beide Seiten verändern.

p(autor). Antje Schrupp

p(hinweis). Ursula Baatz: Erleuchtung trifft Auferstehung. Theseus, Stuttgart 2009, 19,95 Euro. „Evangelisches Frankfurt“ verlost unter allen Interessierten fünf Exemplare, zur Teilnahme E-Mail, Fax oder Postkarte schicken.

p(hinweis). *Nachtrag:* Das Buch „Erleuchtung trifft Auferstehung“ von Ursula Baatz gewannen Christoph Enslin, Thomas Genzmehr, Alexandra Mann, Sabine Mullett und Stefanie Ucsnay.

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. September 2009 in der Rubrik Bücher & Filme, erschienen in der Ausgabe .

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