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1. Oktober 2009

Modellprojekt für Menschen mit Behinderung

„Die Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung hat sich seit den Anfängen der Sozialarbeit sehr gewandelt“, sagt Sigrid Unglaub, die Leiterin des Arbeitsbereiches „Integration“ im Diakonischen Werk für Frankfurt. „Ganz früher ging es nur darum, diese Menschen mit den notwendigen Hilfen zu versorgen. Dann kam das Bemühen, sie in das normale Leben zu integrieren. Heute geht es um wirkliches Zusammenleben, darum, dass sie sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen, also um Inklusion.“

Doch es ist nicht so einfach, die hehre Theorie auch in die alltägliche Praxis zu übersetzen. Deshalb gibt es seit einem Jahr ein von der evangelischen Kirche ins Leben gerufenes Modellprojekt im Nordend, das Ideen und Anregungen für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen entwickeln und koordinieren soll. Das Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist und demnächst auch in der Nordweststadt startet, wird mit 240?000 Euro von der „Aktion Mensch“ finanziert, weitere 47?000 Euro schießt die Kirche zu.

!(rechts)2009/10/seite10_unten.jpg(Menschen mit und ohne Behinderung im Nordend zusammenbringen will ein Modellprojekt des Diakonischen Werkes. | Foto: Franz Pfluegl / Fotolia.com)!

Zu den monatlichen Netzwerktreffen im Begegnungszentrum „Drehscheibe“ in der Fürstenberger Straße hat Projektleiterin Stefanie Schleifer Menschen aus Kirchengemeinden, Organisationen der Behindertenhilfe, Selbsthilfegruppen, aber auch interessierte Einzelpersonen eingeladen. Erste Initiativen wurden bereits auf den Weg gebracht, zum Beispiel eine Filmreihe in den Naxoshallen mit Publikumsgesprächen.

„Uns ist es wichtig, dass wir Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen“, sagt Schleifer. „Wir wollen weg von dem Defizit-Ansatz, der die Betroffenen immer nur über das definiert, was sie nicht können. Es geht darum, zu sehen, dass sie sehr viel beitragen können.“ Deshalb sei das Netzwerk auch be­müht, Bereiche und Aktivitäten miteinander in Kontakt zu bringen, die sonst nicht viel miteinander zu tun haben, wie zum Beispiel Behinderten-Selbsthilfegruppen und Vereine für Migrantinnen und Migranten.

Ein großes Thema bei den Netzwerktreffen sei jedoch nach wie vor die Barrierefreiheit. „Oft fehlt einfach das entsprechende Bewusstsein“, sagt Sigrid Unglaub. „Wenn zum Beispiel Ladenbesitzer dauernd ihr Sortiment umräumen und sich nicht klar machen, was das für Blinde bedeutet.“ Wobei die Interessen verschiedener Behinderungen manchmal auch gegenläufig sein können: „Wir haben etwa über die Übergänge vom Bürgersteig zur Straße diskutiert“, erzählt Schleifer. „Für Rollstuhlfahrer ist es besser, wenn hier kein Absatz ist, für Blinde ist der Absatz aber eine Orientierung.“

Wer Interesse hat, im Netzwerk mitzuarbeiten, kann sich bei Stefanie Schleifer, Telefon 069-5302242, erkundigen. Am Montag, 16. November, veranstaltet das Netzwerk eine Fachtagung im Dominikanerkloster am Börneplatz, die das Thema „Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe“ mit Vorträgen und Praxisbeispielen aufgreift. Mehr unter „www.integrationshilfen.de“:http://www.integrationshilfen.de.

p(autor). Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Oktober 2009 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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