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29. November 2009

Keine Berührungsängste in Heddernheim

„Die Weiße und der Schwarze kommen!“, so begrüßen die Kinder in Anspielung auf die Farben ihrer Amtsroben die katholische Gemeindereferentin Martina Kitz-Paech und den evangelischen Pfarrer Reiner Dietrich-Zender im „Kaleidoskop“, der ökumenischen Kindertagesstätte im Mertonviertel. Die Gemeinden St. Thomas (evangelisch) und St. Peter und Paul (katholisch) sind gemeinsam für die Betreuung von hundert Kindern im Kindergarten- und Schulalter verantwortlich – eine Besonderheit in Frankfurt.

Und auch der weitere, evangelische Kindergarten gegenüber der Kirche bietet Ungewöhnliches: „Als vor einigen Jahren die Kindergartenplätze in Heddernheim sehr knapp waren, wir aber auch keine Räume mehr hatten, haben wir im Kindergarten St. Thomas eine Waldgruppe gegründet“, erzählt Kirchenvorstandsvorsitzende Christine Tries. An vier Tagen in der Woche ist diese Gruppe bei Wind und Wetter draußen, auf einem eigenen kleinen Grundstück an der Hohemark in Oberursel.

!(kasten)2009/12/seite08_unten.jpg(Pfarrer Reiner Dietrich-Zender in der Heddernheimer Thomaskirche. Die Gemeinde im Norden Frankfurts betreibt zusammen mit der katholischen Gemeinde die einzige ökumenische Kita in Frankfurt. | Foto: Rolf Oeser)!

„Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein Schwerpunkt in unserer Gemeinde“, betont Pfarrer Dietrich-Zender. Zweimal im Monat rufen die Glocken die Kinder zur Kinderkirche. Für ältere Kinder und Jugendliche gibt es vielfältige Angebote von Sport über Freizeittreffs bis zur Hausaufgabenhilfe, seit kurzem auch mit Mittagessen, alles in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt, ergänzt durch Beratung für Eltern und Kinder. „Ein Fundament für die Integration wird hier gelegt in einem Stadtteil, in dem die Menschen viele verschiedene Muttersprachen sprechen“, ist sich der Seelsorger sicher. „Eine gute Mischung“, ergänzt Christine Tries: „Menschen mit lokalem Selbstbewusstsein, Neuzugezogene, viele junge Familien und Ältere, die schon immer hier wohnen.“

Die Gemeinde will für alle da sein mit Seniorenarbeit, Bibelgesprächskreis, Mutter-Kind-Gruppen und dem großen Herbstbasar. Gut angenommen wird auch das spirituelle Angebot, einmal im Monat am Freitagabend der Gesprächskreis und alle zwei Wochen die Meditationsgruppe.

All das klingt gut zusammen im Stadtteil, vermittelt auch durch die vielfältige Arbeit von Dekanatskirchenmusiker Ernst-Wilhelm Schuchhardt. Immer wieder setzt er neue Ideen in Töne um, etwa beim „Mitspiel-Musik-Gottesdienst“: Nach Anmeldung kommen die Noten per Post, wer ein Instrument spielt, kann mitmachen. Thomaskantorei, Kammerorchester und Kinderchor ziehen Menschen aus ganz Frankfurt an, auch für ein dreistündiges musikalisches Großereignis wie die Aufführung der Matthäus-Passion.

Nicht nur weiß und schwarz, sondern ganz schön bunt geht es also zu in St. Thomas. Das „Sankt“ im Namen einer evangelischen Gemeinde stammt übrigens von Pfarrer Peter Heinemann. Der war katholisch aufgewachsen, entschied sich aber vor dem Theologiestudium für den schwarzen (evangelischen) Talar anstelle des weißen (katholischen) Messgewands. Und gut lutherisch erkämpfte er 1949 vom damaligen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller die Erlaubnis, das „Sankt“ im Namen der Thomasgemeinde zu führen. Obwohl es in der evangelischen Kirche eigentlich keine Heiligenverehrung gibt.

p(autor). Gunda Höppner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 29. November 2009 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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