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29. November 2009

Schrei-Babys nur „sparsam“ beruhigen

Ein Baby, das schreit, verhält sich ganz normal. Vielleicht hat es Hunger oder Durst, braucht frische Windeln oder hat Schmerzen. Vielleicht ist es auch gelangweilt oder angespannt. In vielen Fällen lässt sich die Ursache schnell beheben, und der Säugling beruhigt sich bald wieder.

Wenn aber, so lautet die Definition in vielen Schrei-Ambulanzen in Krankenhäusern, ein Baby an drei Tagen pro Woche mindestens drei Stunden schreit, gilt es als so genanntes „Schrei-Baby“.

Heike Nocken-Höpker, Kinderkrankenschwester bei der Evangelischen Familienbildung in Frankfurt, geht davon aus, dass ein Schrei-Baby signalisiert, dass es sehr irritiert ist und noch nicht die Fähigkeit entwickelt hat, mit den Reizen der Welt umzugehen. „Es muss lernen, sich selbst zu beruhigen“, sagt sie. Um ihm dabei zu helfen, empfiehlt sie Eltern „sparsames“ Beruhigen: Das Kind also nicht sofort hochheben und herumtragen und durch starke Bewegung und häufige Positionswechsel noch mehr reizen, sondern es möglichst erst einmal liegen lassen. Blickkontakt suchen, ruhig ansprechen, eine Hand auf den Bauch legen, abwarten. Vielleicht einen Schnuller anbieten, aber nicht aufzwingen. „Eine kluge Hebamme hat einmal gesagt, dass Babies früher nach sechs Wochen getauft und dann erst der Welt gezeigt wurden. Denn so lange braucht ein Kind, um in der Welt anzukommen“, sagt Nocken-Höpker.

Hilfreich sei für solche Babys ein sehr regelmäßiger, reizarmer Tagesablauf, Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen und regelmäßige Schlafenszeiten. Damit das Baby lernt, selbst aus dem Schreien herauszufinden, sollen Eltern nicht sofort beim ersten Laut zu ihm stürzen, sondern dem Kind Zeit geben, sich selbst zu beruhigen. Wichtig sei auch, die Beschäftigung mit dem Kind nicht auf die Schrei-Phasen zu begrenzen, sondern sich auch dann mit ihm zu beschäftigen, wenn es zufrieden und wach ist. Dann sollten Eltern harmonisch und mit langsamen Bewegungen mit ihm umgehen, sich Zeit nehmen für sein Ankommen in der Welt.

Mütter oder Väter brauchen dann jemanden, der ihnen den Rücken freihält, damit sie sich voll aufs Kind konzentrieren können. „In den offenen Still-Babytreffs der Familienbildung, bei der Babymassage oder der Rückbildungsgymnastik besprechen wir nicht nur, was den Säuglingen, sondern auch, was den Müttern gut tut“, sagt Nocken-Höpker. „Je entspannter und ruhiger die Eltern, desto entspannter das Kind.“

p(autor). Stephanie von Selchow

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 29. November 2009 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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