Evangelisches Frankfurt

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Musik
Ausgabe
November 2009

Vivaldi mal auf der Orgel

Detlef Steffenhagen gibt wieder Konzerte in Frankfurt

„Ich versuche einfach, mich in meinen Konzerten nicht zu wiederholen“, erklärte der Organist Detlef Steffenhagen im Anschluss an sein „Pomp and Circumstances“ überschriebenes Programm in der beschaulichen Barockkirche von Bonames. Wer sich im Internet die Homepage des 1961 geborenen Musikers anschaut, muss zu dem Schluss kommen, dass dieses Statement fast schon Untertreibung ist. Denn Steffenhagen, der aus familiären Gründen zwischen Brasilien und Deutschland pendelt, hat allein in der laufenden Saison fünf verschiedene Programme im Angebot, die er je nach Stimmung und Eigenart der jeweils zu spielenden Orgel konzipiert.

Detlef Steffenhagen war früher Organist in der Johannisgemeinde in Bornheim. Jetzt lebt er überwiegend in Brasilien – kommt aber regelmäßig nach Frankfurt und gibt hier Konzerte. | Foto: Joachim Schreiner
Detlef Steffenhagen war früher Organist in der Johannisgemeinde in Bornheim. Jetzt lebt er überwiegend in Brasilien – kommt aber regelmäßig nach Frankfurt und gibt hier Konzerte.
Foto: Joachim Schreiner

Neben dem erwähnten Programm in Bonames sind dies ein Händel-Schwerpunkt mit „Wasser- und Feuerwerksmusik“, „Faszination Johann Sebastian Bach“, „Bach goes Brasil“ – Bearbeitungen von Bach-Werken in lateinamerikanischer Rhythmik – und der heimliche Steffenhagen-Hit „Vivaldi: Vier Jahreszeiten“. Denn
es ist eine Spezialität des am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt sowie an der Folkwang-Musikhochschule in Essen ausgebildeten Organisten, Werke der Musikliteratur für die Orgel zu transkribieren.

So erklang in Bonames als Zugabe nach einem sehr emotional interpretierten Reigen von bekannten Stücken der Orgelliteratur schließlich der „Winter“ aus dem weltberühmten Zyklus Vivaldis. Steffenhagen gelang es vortrefflich, die diffizilen Geigenstimmen zu imitieren, obwohl die kleine Orgel des Gotteshauses nur über eingeschränkte Registermöglichkeiten verfügt. Gerade historische Instrumente wie die 168 Jahre alte in Bonames seien, was die Anordnung der Manuale und der Basspedale betrifft, nicht nach modernen Gesichtspunkten gebaut, erläutert Steffenhagen. So braucht der Organist mehrere Stunden, um die technischen Gegebenheiten für ein hochklassiges Konzerts zu arrangieren.

Drei Auftritte pro Wochenende, verteilt über ganz Hessen, absolviert der ehemalige Kantor der Bornheimer Johanniskirche schon mal. Trotz dieser hohen Spielpraxis muss auch Steffenhagen, der bereits für renommierte Klassiklabels CD-Einspielungen aufgenommen hat sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen absolvierte, regelmäßig üben. „Das ist wie beim Sport, man muss im Training bleiben“, erklärt er schmunzelnd.

Im Dezember ist Detlef Steffenhagen mit fünf Konzerten in der Johanniskirche in Alt-Bornheim, Große Spillingsgasse, zu hören: Es gibt ein Adventskonzert am Sonntag, 20. Dezember, zwei Weihnachtskonzerte am 25. und 26. Dezember jeweils um 17 Uhr, sowie zwei Orgelfeuerwerke am Silvesterabend, 31. Dezember, um 20 Uhr und um 22.30 Uhr – beim zweiten Mal mit Sektanstoß auf den Jahreswechsel. Informationen unter www.detlef-steffenhagen.de.

Joachim Schreiner

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