Zeitung für Mitglieder der evangelischen Kirche in Frankfurt am Main
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Das neue Integrationskonzept für Frankfurt will zu Diskussionen anregen
„Schreiben Sie uns! Sprechen Sie mit uns!“ – Mehrmals forderten Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg und ihr Referent Armin von Ungern-Sternberg das Publikum auf, ihre Meinung beizutragen. In der Evangelischen Stadtakademie stellten sie den Entwurf eines Integrations- und Diversitätskonzeptes“ vor, das unter der Adresse www.vielfalt-bewegt-frankfurt.de zur Diskussion einlädt.
Als vor zwanzig Jahren in Frankfurt das „Amt für multikulturelle Angelegenheiten“ gegründet wurde, war das in Deutschland einzigartig. Seither habe sich die Frankfurter Gesellschaft verändert, so Eskandari-Grünberg. Das neue Integrationskonzept soll der Tatsache Rechnung tragen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, in dem sich viele unterschiedliche Kulturen treffen, die man nicht einfach in „deutsch“ und „migrantisch“ aufteilen kann. Um mit der „komplexen Vielfalt“ umzugehen, sei es nötig, sowohl die Integration der ehemals „Fremden“ weiter zu fördern, als auch Unterschiede ernst zu nehmen und zu gestalten, betonte Eskandari-Grünberg.

Inhaltlich baut der Entwurf auf einer Analyse auf, die von der Kulturanthropologin Regina Römhild und dem Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen, Steven Vertovec, erarbeitet wurde. Gebraucht würden in erster Linie nicht weitere neue Ideen, sondern eine bessere Zusammenarbeit der bereits vorhandenen Projekte, betonte von Ungern-Sternberg. Damit etwa Modellprojekte auch stadtweit wirksam werden könnten, müssten sich die Akteure an einen Tisch setzen, um gemeinsame Ressourcen besser zu nutzen.
„Toleranz fällt nicht vom Himmel, sondern muss in einem mühsamen Prozess des Diskutierens und Aushandelns immer wieder neu erlernt werden“, betonte Pfarrerin Esther Gebhardt, die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes.
Eine Diskussion zum Thema „Vielfalt bewegt“ über den Beitrag der christlichen Kirchen und Gemeinden zum neuen Integrationskonzept mit Nargess Eskandari-Grünberg findet am Mittwoch, 10. Februar, um 19 Uhr im Haus am Dom statt.
Stephanie von Selchow
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