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Von – 1. April 2010

Ein Menü à la Abraham

Die Paul-Gerhardt-Gemeinde lud zum „biblischen Kochkurs“ ein

Dass Essen Leib und Seele zusammenhält, wissen die Menschen seit jeher. Auch in der Bibel wird in entscheidenden Momenten vom Essen erzählt. Adam und Eva naschten eine verbotene Frucht im Paradies, Esau ver­kaufte für eine Linsensuppe sein Erstgeburtsrecht, und auch, wenn Urvater Abraham Besuch im Nomadenzelt bekam, wurde aufgetischt. „Holt ein zartes gutes Kalb“, sagte er zu den Hirten, und Sara buk aus feinstem Mehl die Brotfladen.

Linsengericht, Lamm und Fladenbrot: Profikoch Lothar Assmann (rechts) zeigte beim Kurs in Niederrad, wie „biblische Gerichte“ heute nachgekocht werden können. Foto: Ilona Surrey

Wer aufmerksam solche Stellen liest, erfährt, was die Israelitinnen und Israeliten vor 3000 Jahren gegessen haben, und kann es nachkochen. Wie, das war bei einem Kochkurs „Gerichte für Gerechte und Ungerechte von der Nomadenzeit bis zu den Fleischtöpfen Ägyptens“ zu erfahren. Eingeladen hatte die Paul-Gerhardt-Gemeinde in Niederrad. Besonders reizvoll für die kulinarisch und biblisch Interessierten war die Anleitung durch den Profikoch Lothar Assmann. Er hat die Rezepte aus der Bibel auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft. An drei Samstagen zeigte er, mit welchen Zutaten, Gewürzen und Kochtechniken sie auch heute noch umgesetzt werden können.

Erwartungsvoll standen die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der edelstahlglänzenden Küche der Salzmannschule. An den Wänden hingen Abbildungen aus der Nomadenzeit. Pfarrerin Angelika Detrez und Pfarrer Thomas Dörken-Kucharz berichteten vom Leben einer Nomadensippe und erläuterten den Hintergrund der biblischen Erzählungen.

Die Blicke wanderten jedoch immer wieder zu den Küchentischen, auf denen Lothar Assmann bereits die Zutaten für das „Menü à la Abraham“ ausgebreitet hatte: rote Linsen, Karotten und Bleichsellerie für die Suppe. Weizenmehl, Olivenöl und Sesamsamen für die Brotfladen. Geschält waren bereits die Rote Beete-Knollen, die zusammen mit Rosinen und weißem Lauch einen feinwürzigen Salat ergeben sollten.

Dann warteten noch Datteln und Feigen darauf, die Süßmäuler zufrieden zu stimmen. Auf dem Menüplan standen zudem Steinbutt und Lammfilet in Kräuterkruste. „Es ist ja schon alles vorbereitet“ staunten die Kochwilligen zunächst. Doch ganz so war es nicht. Schälen, Schnippeln und Kleinhacken gehörte zu den Aufgaben, die bereitwillig erledigt wurden. Dann schauten alle in ihren roten Schürzen zu, wie der Profikoch Zwiebeln andünstete und Linsen dazu schüttete. Er würzte kräftig mit Kümmel und Koriander, erklärte die Wirkung der Gewürze und fügte einen Schuss Balsamico hinzu.

„Die Kombination von biblisch Kochen und Profianleitung finde ich toll“, sagte Heidi Ruppert, die in der Gemeinde für einen Senioren-Mittagstisch sorgt. Lohn der Mühe war ein orientalisch angehauchtes Festmahl, das sogar diejenigen überzeugte, die gegenüber Roten Beeten ansonsten eher skeptisch sind.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. April 2010 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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