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Von – 1. April 2010

Viertausend Pfeifen werden geputzt

Die Rieger-Orgel in der Katharinenkirche erhält eine Grundreinigung

Die Empore sieht aus wie eine Baustelle: Metallisch schimmernde Pfeifen in unterschiedlichen Größen sind auf dem Boden verstreut, Werkzeuge wie Schraubenzieher und Hobel daneben. Zudem liegen Besen, Hammer, Leim, Holzstücke und Kabel herum. Die traditionsreiche Rieger-Orgel in der Katharinenkirche an der Hauptwache wird „grundgereinigt“. Nach zwanzig Jahren ist das nötig, damit das Instrument wieder in der gewohnten Qualität erklingen kann.

Martin Lücker freut sich über die Grundreinigung der Rieger-Orgel. Foto: Joachim Schreiner

Sieben Wochen lang sind vier Mitarbeiter der weltweit operierenden Firma Rieger aus Schwarzach in Österreich im Einsatz, um die an die 4000 Pfeifen von Staub zu befreien und kleine Filzteile zwischen den Gelenken von Ventilen und Tasten zu erneuern. Für Martin Lücker bedeutet jeder Schritt der Reinigungsarbeiten, zu deren Finanzierung er sich ans Frankfurter Hochbauamt gewendet hat, ein tiefgehendes emotionales Erlebnis. Für den Hausorganisten und Orgelvirtuosen von St. Katharinen ist das voluminöse Instrument viel mehr als ein Musikerzeuger. Schließlich spielt er hier mehrmals wöchentlich praktisch alle wichtigen Werke der Orgelliteratur, unterrichtet Studenten und Studentinnen der Musikhochschule, gibt Konzerte und spielt CD-Aufnahmen ein. Fast jeden Tag besucht der Musiker das Rieger-Team, um Einzelheiten der Arbeiten abzustimmen und fachliche Themen rund um die Sanierung abzusprechen – für ihn Ehrensache, damit am Ende, wenn die Orgel gestimmt wird, alles perfekt klingt.

Kurt Reinhard, 61 und langjähriger Mitarbeiter von Rieger, ist mit spürbarer Begeisterung im Einsatz. Er erklimmt eine Leiter, um über zwei Stockwerke dahin zu gelangen, wo die Pfeifen positioniert sind. Doch nicht nur das Säubern der Orgelpfeifen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten, auch das Nachjustieren der Tasten, das Abschleifen der durchgesessen Orgelbank und das Austauschen der elektronischen Steuerung, für die eigens ein Spezialist aus Österreich angereist ist. Denn das „Gehirn“ des Instruments ist ein Speicherprozessor mit allen Registereinstellungen: die elektronische Setzeranlage.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. April 2010 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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