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Von – 1. Mai 2010

„Die eigene Identität finden“

Kirchen in Hessen halten an konfessionellem Reliunterricht fest

Die Zukunft des Religionsunterrichtes in den Schulen ist unsicher. Klar ist, dass jedes Kind per Gesetz Recht auf Religionsunterricht in der Schule hat. Praktisch allerdings stehen die Schulen vor Problemen.

Häufig ist es schon organisatorisch nicht möglich, sowohl katholischen als auch evangelischen Religionsunterricht anzubieten, weil nicht genug Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen. Den religionspädagogischen Ämtern liegen viele Anträge auf gemischtkonfessionellen Unterricht vor. Auch unabhängig vom Organisatorischen werden die Rufe nach einer Zusammenarbeit der christlichen Kirchen immer lauter. In Anbetracht der Vielzahl vertretener Religionen wünschen sich viele Eltern, dass die christlichen Kirchen gemeinsamen Unterricht anbieten, zumindest an den Grundschulen.

Das katholische Bistum Limburg und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hingegen wollen Religionsunterricht in Zukunft wieder verstärkt nach Konfessionen getrennt abhalten. Unter dem Titel „Besser gemeinsam? Zur Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts“ stellten Oberkirchenrat Jens Feld, Leiter des Referats Schule der EKHN, und Eckhard Nordhofen, der Leiter des Dezernats Bildung und Kultur im Bistum Limburg, die Eckpfeiler ihres Konzeptes eines künftigen Religionsunterrichts vor.

Da in den Grundschulen ohnehin weitgehend im Klassenverband unterrichtet werde, sei es zwar naheliegend, den Religionsunterricht ebenfalls gemeinsam anzubieten. Eine „gute Lösung“ sei das aber nicht, so die Kirchenvertreter. Bei allen Gemeinsamkeiten gebe es doch auch Unterschiede, und das sei „auch gut so“, betonte Nordhofen.

Erst durch die vorhandenen Differenzen würden die Religionen interessant füreinander. Es sei allerdings wichtig, beim Religionsunterricht nicht eine „besinnungslose Trennung“ durchzuführen, sondern auch Raum für die Begegnung mit der jeweils anderen Konfession zu haben, zum Beispiel in Form von gemeinsamen Projekttagen.

Für die Kinder sei es wichtig, vorhandene Unterschiede wahrzunehmen, damit auszukommen, und sie produktiv in die Gemeinschaft einzubringen. „Das alles ist aber nur möglich, wenn die Kinder die Möglichkeit haben, zu einer eigenen religiösen Identität zu finden“, betonte Feld. Deshalb soll gleichzeitig auch der „Einübungsaspekt“ von Religion, zum Beispiel in Form von gemeinsamen Gebeten, vermehrt in die Grundschulen gebracht werden.

Der Religionsunterricht solle sowohl Phasen des gemeinsamen Lernens als auch Phasen des Erlebens beinhalten, und das gehe „optimal eben nur in einer gleichkonfessionellen Gemeinschaft“.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2010 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Sara Wagner ist Mitglied der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt" und Studentin der Kulturwissenschaften.

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