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Von – 1. Mai 2010

Der Zufall machte ihn zum Fan

Dietrich von Knebel brachte Werke von Hans Fährmann auf CD

Über die bekannte und gern gespielte Orgelliteratur hinaus hat so mancher Organist einen heimlichen Favoriten, dessen Werk ihm besonders am Herzen liegt und dessentwillen er akribisch Archive nach Partituren durchforstet. Im Falle Dietrich von Knebels, Organist der Gemeinde in Frankfurt-Höchst, ist das Hans Fährmann (1860-1940), ein in Sachsen geborener und zeitlebens dort wirkender Kantor, Organist und überaus kreativer Komponist.

Dietrich von Knebel ist Kirchenmusiker in Höchst – und ein Fan des sächsischen Organisten und Komponisten Hans Fährmann. Foto: Rolf Oeser

Aus Zufall ist von Knebel auf diesen eher unbekannten Künstler gestoßen, als er sich wegen einer verletzten Hand in ärztliche Behandlung begeben musste. Der betreuende Arzt entpuppte sich als ein Urenkel des Musikers. Fährmann, Sohn eines Schullehrers und Kantors, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren von seinem Vater. Als Zwölfjähriger begann er bereits, Orgel zu spielen. Von 1890 bis 1926 war er Organist und Kantor an der Dresdner Johanneskirche. Daneben wirkte er seit 1892 als Orgellehrer am dortigen Konservatorium.

Schon die vierte CD mit Arbeiten des „Richard Strauß der Orgelliteratur“, wie ein Kritiker einmal urteilte, hat von Knebel nun veröffentlicht. „Faszinierend war zunächst einmal vordergründig beim Durchlesen der ersten Notendrucke das Notenbild, in dem es vor Schwierigkeiten nur so wimmelte“, erinnert er sich. Am Anfang stand also ein „sportlicher Ehrgeiz“, die Frage, „ob das wohl überhaupt zu spielen ist“. Beim Einstudieren habe sich dann mehr und mehr eine „große Tiefe der Gedanken, eine ungeheuer sensible, farbenreiche und gefühlvolle Musik, aufgebaut auf einem soliden Fundament von hoher technischer Kunstfertigkeit“ eröffnet.

Die an der historischen Sauer-Orgel in der Griesheimer Segenskirche aufgenommene CD wurde bei Mitra-Classics verlegt und beinhaltet stilistisch vielfältig eine Toccata, eine dreisätzige Sonate im Triostil, neun Choralvorspiele sowie die „Introduzione e fuga triomphale“.

Dietrich von Knebel, ausgebildet an der Landeskirchenmusikschule Herford und an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, erweist sich als engagierter, klarsichtiger Interpret mit dem nötigen Gespür für den musikalischen Duktus Fährmanns, dessen Werke nach Ansicht von Musikwissenschaftlern den Arbeiten des großen Max Regers an Kühnheit gleich stehen und an Phantasie bisweilen überlegen erscheinen.

Die subtile Farbigkeit des reichen Grundstimmenfundus von Fährmanns Kompositionen, weitgehend vergessene Werke der deutschen Orgelromantik, werden durch von Knebel mit durchdachten Phrasierungen und sublimem Gespür für die rhythmische Feinabstimmung anschaulich ausgespielt. Selbst verzwickte Rhythmen und leuchtkräftige Farbakkorde, virtuose Klangfülle und sinnlich-süße Klangwirkungen stellt der Musiker überzeugend heraus.

Die CD ist für 15 Euro im Evangelischen Info-Center in der Bleichstraße 60-62, Telefon 069 2165 1111, erhältlich.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2010 in der Rubrik Kultur, Menschen, erschienen in der Ausgabe .

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