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Von – 1. Mai 2010

Ein neues Gesicht an der Spitze

Albrecht Küstermann leitet das Frankfurter Kirchenparlament

Foto: Rolf Oeser

Es dauert nicht lange, bis man mit Albrecht Küstermann warm wird. Der neue Mann an der Spitze des Frankfurter Kirchenparlaments ist freundlich, diskussionsfreudig und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Fast nicht. Denn eines seiner Lieblingsthemen ist der Datenschutz – und schließlich werden alle Artikel von „Evangelisches Frankfurt“ auch ins Internet gestellt. Und da bleiben sie auf unabsehbare Zeit auch drin. „Muss jemand in zehn Jahren wirklich noch über Google finden können, was wir heute hier besprechen?“

Mit Fragen des Datenschutzes beschäftigt sich Küstermann auch beruflich: Der 39 Jahre alte Jurist arbeitet in der Rechtsabteilung eines Finanzdienstleisters. „In dieser Hinsicht bin ich ein typischer Frankfurter“, sagt er, „zugezogen und in der Finanzbranche.“

Soweit, so normal. Weniger normal für einen durchschnittlichen Frankfurter dürfte Küstermanns Verständnis davon sein, was es heißt, zur evangelischen Kirche zu gehören: regelmäßiger Gottesdienstbesuch. „Und mit regelmäßig meine ich jetzt nicht, ein- oder zweimal im Jahr“, betont er. „Das Hingehen ist für mich normal, nicht das Nicht-Hingehen.“ Dass dadurch das Wochenende zerrissen wird, findet er nicht, und schließlich sei zehn Uhr ja auch nicht unmöglich früh. Seine Frau kommt öfter mal mit. Und die Freunde wüssten, dass sie ihn sonntags nicht zum Frühstück einladen sollten, sondern besser nachmittags oder abends.

Seit zehn Jahren lebt Küstermann in Frankfurt. Aufgewachsen ist er in Minden – in einem „gut evangelischen Haushalt“, wie er sagt. Seit über sechs Jahren ist er nun schon im Kirchenvorstand der Eckenheimer Nazarethgemeinde (auch wenn er inzwischen am Dornbusch wohnt), außerdem Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und im dortigen Rechtsausschuss.

Und dann kam im vergangenen Herbst die Anfrage, ob er als Leiter der Evangelischen Regionalversammlung in Frankfurt kandidieren würde. Das Amt musste nach dem Tod seines Vorgängers, Bernhard Klinzing, neu besetzt werden. „In den Frankfurter Kirchenstrukturen muss ich mich erst zurechtfinden“, sagt Küstermann, aber es klingt nicht, als würde ihm das große Kopfschmerzen bereiten. Die Aufgabe ist verantwortungsvoll, schließlich ist die Regionalversammlung das demokratische Organ der Frankfurter Gemeinden und Dekanate. Hier wird über alle Belange der übergemeindlichen kirchlichen Arbeit entschieden, über die Jugendarbeit, die Diakonie, die Gebäudeentwicklung und vieles mehr.

Bei all dem liegt Küstermann aber auch eine „stärkere Präsenz in geistlichen Fragen“ am Herzen. „Es gibt ein großes Bedürfnis, sich über religiöse Themen zu informieren“, glaubt er. Einmal hat er sich sogar schon Materialien für die christliche Erwachsenenbildung schicken lassen, sie aber für unbrauchbar befunden. „Es darf ja auch nicht frömmlerisch sein oder gar übergriffig.“ Aber wie tröstlich und gut er es findet, dass nach christlichem Verständnis Gott kein allmächtiger Übervater und Superheld ist, sondern einer, der am Kreuz gestorben ist und daher „alles kennt, was Menschen nur durchmachen können“ – das würde er anderen schon gerne vermitteln. Man würde ihm auch durchaus zutrauen, dafür ein brauchbares Konzept zu entwickeln. Mal sehen, vielleicht findet sich dafür ja noch eine Gelegenheit.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2010 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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