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Von – 1. Juli 2010

Jung, alleinerziehend, überfordert

Jenny ist achtzehn und alleinerziehend. So jung wollte sie eigentlich noch nicht Mutter werden. Sie hatte vor, nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen, aber in ihrem letzten Schuljahr wurde sie dann schwanger. Jenny entschied sich, das Kind zu bekommen. Sie machte ihren Abschluss und brachte wenig später das kleine Mädchen zur Welt. Ihre Tochter ist jetzt eineinhalb, Jenny wohnt noch immer bei ihrer Mutter, hat keine Ausbildung und keinen Job. Der Freund verließ die kleine Familie schon nach wenigen Wochen.

Wie Jenny geht es vielen jungen alleinerziehenden Müttern: Neben den finanziellen Sorgen und der häufig fehlenden Berufsqualifikation fühlen sie sich vor allem alleine und überfordert. Jeder Tag ist ein Kraftakt und die Zukunft ungewiss. „Viele der Frauen, die zu uns kommen, haben Schwierigkeiten, mit ihrem eigenen Leben zurechtzukommen“, berichtet auch Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen des Diakonischen Werks Frankfurt. Deshalb finden hier jetzt im Rahmen des Modellprojekts „Stark mit Kind“ alleinstehende Schwangere und alleinerziehende junge Frauen mit Kindern unter drei Jahren Unterstützung. Die Stadt Frankfurt finan­ziert mittlerweile mehrere Projekte dieser Art, zumindest teilweise. In den meisten Fällen wird weniger das Kind in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt als vielmehr die junge Mutter. „Wir schauen uns gemeinsam mit der jungen Frau ihre genaue Problemlage und ihr Umfeld an und versuchen, eine berufliche Perspektive mit ihr zu entwickeln. Wir arbeiten jeweils eine ganz individuelle Unterstützung aus“, erläutert Kühn. Diese kann in Hilfe bei Bewerbungen oder Ausbildungsplatzsuche, Ämterbegleitung oder Hilfe bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen bestehen. Manche Frauen wollen aber auch ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem Kind schulen oder brauchen Ernährungs- oder Gesundheitsberatung. „Stark mit Kind“ will die Kompetenzen von Frauen in den verschiedensten Lebensbereichen fördern, um sie in die Lage zu versetzen, ihr Leben selbstständig zu führen und das ihres Kindes bestmöglich zu begleiten.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juli 2010 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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Sara Wagner ist Mitglied der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt" und Studentin der Kulturwissenschaften.

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