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Von – 1. September 2010

„Verwaltungsarbeit ist interessant“

Beate Schwartz-Simon neue Stellvertreterin von Esther Gebhardt

Was haben die Kirche und eine Bibliothek gemeinsam? Hier wie dort hat man es mit vielen Menschen und einem breiten Themenspektrum zu tun. So jedenfalls sieht es Beate Schwartz-Simon: Die 53 Jahre alte Leiterin der Ha­nauer Stadtbibliothek ist seit Mai stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt.

Foto: Rolf Oeser

In ihrer gemütlichen Wohnung in Sachsenhausen unterschreibt sie Geburtstagskarten und Auszahlungsanordnungen, solange Esther Gebhardt, die hauptamtliche erste Vorsitzende, im Urlaub ist. Der stellvertretende Vorsitz beim Dachverband der Frankfurter Gemeinden und Dekanate ist ein Ehrenamt, es geht vor allem um Abwesenheitsvertretung. Aber trotzdem ist es viel Arbeit. Der Vorstand, in dem Schwartz-Simon schon seit 2005 Mitglied ist, kommt regelmäßig zu mehrstündigen Nachmittagssitzungen zusammen. Hier wird über alle stadtweiten Angelegenheiten der evangelischen Kirche entschieden, teilweise geht es dabei um sehr viel Geld.

Schon seit ihrer Konfirmation in Offenbach ist Schwartz-Simon in der Gemeinde engagiert. Nach dem Studium in Stuttgart lebte sie in Oberursel, 1984 zog sie nach Frankfurt und schloss sich der Paulsgemeinde an. „Mir gefiel dort die Stadtkirchenarbeit und die Offenheit, mit der man auf neue Mitglieder zugeht.“ Zwei Jahrzehnte hat sie bei der Gemeindezeitung mitgearbeitet, seit 1997 ist sie im Kirchenvorstand, acht Jahre lang Vorsitzende. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Beate Schwartz-Simon am Sonntagmorgen in der Alten Nikolaikirche am Römerberg trifft, ist groß: „Mir gefällt es, in den Gottesdienst zu gehen.“ Dann steht sie am Eingang und begrüßt die Leute.

Der Schritt zum Stadtkirchenverband war für sie eine logische Sache – anders offenbar als für viele andere kirchlich engagierte Frauen. Nur noch drei von insgesamt elf Mitgliedern im Vorstand des Regionalverbandes sind weiblich. „Sicher, es ist Gremien- und Verwaltungsarbeit, aber ich finde das trotzdem interessant“, sagt Schwartz-Simon. „Man bekommt Einblick in Arbeitsbereiche, zu denen man sonst keinen Zugang hat.“

Das ungleiche Geschlechterverhältnis war aber mit ein Grund, warum sie nicht lange gezögert hat, für den stellvertretenden Vorsitz zu kandidieren. Ein anderer war das Traumergebnis von über neunzig Prozent, mit dem das Kirchenparlament sie in den Vorstand gewählt hatte. „Das hat mich natürlich ermutigt.“

Zumal sie die evangelische Kirche mit wirklicher Überzeugung repräsentiert. „Ich finde, wir sind in der Stadt gut aufgestellt und in der Öffentlichkeit gut sichtbar.“ Viele positive Rückmeldungen habe sie von Außenstehenden auf ihr neues Amt bekommen. „Es verschafft einem wirklich Ehre, wenn man sich für die Kirche in verantwortlicher Position engagiert.“

Die anstehenden Strukturdebatten will Beate Schwartz-Simon pragmatisch angehen. Dass in der evangelischen Kirche alles etwas länger dauert, weil alle mitreden wollen und dürfen, sei ein Plus und keine Schwäche. „Dann ist nämlich hinterher die Chance größer, dass es auch wirklich trägt.“

Dabei plädiert sie dafür, nicht alles schon vorab bis in die kleinste Einzelheit festzuklopfen. „Man kann sich leicht in Detailfragen verheddern. Wichtig ist es, überhaupt einmal anzufangen.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. September 2010 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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