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Von – 1. Februar 2011

Gottesdienst: keine Pflicht, aber gut

Ein bis zwei Prozent der Frankfurter Gemeindeglieder sind durchschnittlich sonntags in einem Gottesdienst anzutreffen. In der evangelischen Kirche gibt es keine „Sonntagspflicht”, man nimmt also freiwillig teil. Glaube gibt es unabhängig vom regelmäßigen Gottesdienstbesuch und sogar unabhängig von der Institution Kirche.

Gleichwohl ist eine Kirchengemeinde ohne Gottesdienst unvorstellbar. Er ist die zentrale Veranstaltung, stiftet Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen. Im Gottesdienst tritt man für eine Stunde bewusst aus dem Alltag heraus. Das eigene Ich wird ganz anders beleuchtet als „draußen” in der Welt. Es geht um den einzelnen Menschen ganz persönlich, um den Kern der eigenen Existenz: Was will Gott mir geben, was erwartet er von mir, wie bestimmt seine Gemeinschaft mein Leben?

Eine der ersten, im liturgischen Ablauf jedes Mal wiederkehrenden Bekräftigungen lautet: Gott ist mir wohlgesonnen, obwohl ich weder ihm noch meinen Mitmenschen und der Schöpfung in allem gerecht geworden bin. Die Predigt soll dann helfen, das Verständnis von Gott und der Welt zu vertiefen und sich im Horizont der weltweiten Christengemeinde zu sehen. Dabei kann man innere Heimat erfahren und Orientierung gewinnen. Und man geht schließlich mit Segen gestärkt zurück in den Alltag.

Gerade die Gleichförmigkeit des Gottesdienstes – das Ritual – macht den seelischen Nährwert aus. Glaubensbekenntnis, Lieder und Vaterunser verbinden Christinnen und Christen über Kontinente und Generationen hinweg. Erst mit der Zeit, mit der Gewöhnung und Verinnerlichung der Texte und Formen erschließt sich, was der Gottesdienst zu geben hat.

Der Gottesdienst ist unabhängig von der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die ihn gestalten, eine Qualität an sich. Entscheidend ist dabei, dass man nicht als Beobachterin oder Besucher mit Blick von außen dorthin geht, sondern um teilzunehmen und sich einzulassen auf das Geschehen. So hat man auf jeden Fall etwas davon – auch wenn einem die Predigt oder der Prediger einmal wenig sagt.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2011 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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Wilfried Steller ist Theologischer Redakteur von "Evangelisches Frankfurt" und Pfarrer in Frankfurt-Fechenheim.

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