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Von – 1. Februar 2011

Mütterkur abgelehnt? Widerspruch lohnt sich

„Ich fühle mich wie ein Hamster im Rad“, klagt die junge Mutter. „Ich versorge meine Familie, mache meinen Job, aber irgendwie spüre ich gar nichts mehr richtig. Manchmal möchte ich nur noch schlafen.“ Dann bricht es aus ihr heraus: „Das Schlimmste ist, dass ich manchmal mitten am Tag anfange, zu weinen, obwohl eigentlich gar nichts ist. Mein Kind braucht doch eine starke Mutter!“

„Mütter denken oft erst an sich, wenn sie wirklich Probleme bekommen, Stimmungsschwankungen, Migräne bis hin zu Reizdarm“, sagt Marianne Adler, die beim Diakonischen Werk Frankfurt für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren zuständig ist. Von Ärzten, über Kindergärten und andere Institutionen werden zur Zeit 80 Prozent Alleinerziehende in ihre Beratungsstelle geschickt. Es sind eher jüngere Mütter mit Kindern im Kindergartenalter, darunter viele Migrantinnen. Viele Mütter sind auch überlastet, weil ihre Männer ihre Arbeit verloren haben.

Ziel der Beratung ist es zunächst, „Selbstauskunft und Gespräch in eine Form zu bringen, die es den Krankenkassen mit dem entsprechenden Attest vom Arzt möglich macht, eine Kur zu genehmigen“, erklärt Adler. Üblich sind drei Wochen Kur – das ist alle vier Jahre möglich. Die Kassen sind verpflichtet, Bescheide innerhalb von vier Wochen zu beantworten. Wird ein Antrag abgelehnt, lohnt es sich oft, Widerspruch einzulegen – die Erfolgsquote ist hoch.

Es gibt 80 Einrichtungen des Müttergenesungswerks, die meisten bieten Mutter-Kind-Kuren mit Kinderbetreuung an, einige auch reine Mütterkuren. Sie liegen an Nord- oder Ostsee, in Bayern, auch in Hessen gibt es drei. Und sie haben verschiedene Schwerpunkte. Die Diplompädagogin Adler versucht, genau herauszufinden, was die einzelnen Frauen wirklich brauchen und welche Einrichtung am Besten geeignet für sie ist.

Manche Mütter müssen ein anderes Zeitmanagement und Entspannungsmethoden lernen, andere brauchen Ernährungsberatung oder ein Sportprogramm, oft ist auch eine Stärkung des Selbstbewusstseins nötig, Eheberatung oder Hilfe bei der Kindererziehung.

Marianne Adler ist es wichtig, die Eigeninitiave der Mütter zu stärken: „Es geht nicht darum, sich „bekuren“ zu lassen, sondern zum Beispiel aktive Rückengymnastik zu üben. Die Frauen sollen lernen, sich selbst zu helfen und vor bestimmten Dingen zu schützen.“ Um die Kur noch nachhaltiger zu machen, bietet das Diakonische Werk Frankfurt auch Nachsorge an. „So können Mütter, das, was sie in der Kur begonnen haben, später zuhause fortsetzen.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2011 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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