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Von – 1. Februar 2011

Raum für Unterschiede

Ursula Stein leitet den Kirchenvorstand der Petersgemeinde

Als Kind erlebte sie, wie ihre Eltern sonntags beim Mittagstisch über die Predigt oder den Presseclub diskutierten. Heute prägt Ursula Stein als Vorsitzende des Kirchenvorstands der Petersgemeinde im Nordend selbst das Geschehen. „In einer Gesellschaft, die immer mehr aufsplittert, einen Raum zu gestalten, in dem sich ganz unterschiedliche Menschen treffen können, um einem gemeinsamen Interesse nachzugehen: ihren Glauben zu vertiefen und ihm Ausdruck zu verleihen – das ist sehr kostbar und aller Mühe Wert“, so ihre Überzeugung.

Foto: Ilona Surrey

Im Hauptberuf ist Ursula Stein Stadt- und Regionalplanerin und darauf spezialisiert, Planungsprozesse zu moderieren, also Abstimmungsprozesse über Zukunftskonzepte für Quartiere, Städte und Regionen so zu gestalten, dass sich möglichst viele in den Ergebnissen wieder finden können. „Denn dann haben die Konzepte die größten Chancen auf Umsetzung.“

Auch in der Gemeinde versucht die 53-Jährige mit ihrer ausgleichenden Art, einen Raum für sehr unterschiedliche Menschen zu schaffen. Sie will erreichen, dass sich die finanziell weniger gut gestellten Gemeindemitglieder, die nördlich der Zeil oder im Gerichtsviertel leben, in der Gemeinde ebenso wohl fühlen wie die Wohlhabenderen aus dem Holzhausenviertel. „Das Schöne ist ja, dass es beim Beten und Singen auf das Einkommen nun wirklich nicht ankommt“, sagt sie. „Die Gemeinde stellt eben den Gottesdienst in den Mittelpunkt.“ Außerdem entstünden immer wieder neue Initiativen, wie etwa kürzlich eine Gruppe für Menschen, die im Beruf stark belastet sind, während gleichzeitig bewährte Traditionen wie das Turmcafé für Obdachlose und Arme weiter gepflegt würden.

Ihr erster Kontakt zur Petersgemeinde entstand über den Kirchenchor. Als Rheinländerin war sie nach ihren ersten Berufsjahren 1991 nach Frankfurt gezogen und probierte mehrere Chöre aus; in der Epiphaniaskantorei fühlte sie sich schließlich am wohlsten. Die Dirigentin Elke Wolberts sei eine „tolle Musikerin“. Ursula Stein zog vom Gallusviertel in die Sömmeringstraße, engagierte sich immer mehr und wurde 2003 schließlich gefragt, ob sie für den Kirchenvorstand kandidieren wolle.

Als dessen Vorsitzende leitet sie die Sitzungen, engagiert sich darüber hinaus in der Arbeitsgemeinschaft „Innenstadtgemeinden Frankfurt“ und vertritt Positionen der Gemeinde im stadtweiten Evangelischen Regionalverband, wie etwa kürzlich bei der Erarbeitung des Gebäudekonzepts für die kommenden Jahre.

Ein Kirchenvorstand sei dem Vorstand eines mittelständischen Unternehmens vergleichbar, erklärt Stein. Bei 4?400 Gemeindemitgliedern und unter anderem zwei Kindertagesstätten stünden meistens Entscheidungen über Finanzen, Gebäude und Personal im Vordergrund. Sie findet es bedauerlich, dass da kaum Zeit für inhaltliche Auseinandersetzungen bleibe, sagt Stein. Deshalb sind ihr die beiden Tagesseminare im Jahr wichtig, bei denen der Vorstand theologische Fragen diskutiert.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2011 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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