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Von – 26. August 2011

Spirituelle Oase mitten im Nordend

Schwester Heidi Steinmetz, Pfarrer Matthias Welsch und Pfarrerin Tina Greitemann auf dem Gelände des Frankfurter Diakonissenhauses im Nordend. Foto: Ilona Surrey

Wie eine italienische Piazza wirkt der Hof hinter dem Frankfurter Diakonissenhaus. Die schönen Beete lassen Fürsorge erkennen, gelegentlich überquert eine Gruppe Kindergartenkinder den Platz direkt vor dem Nellinistift. Hier ist Leben, hier ist aber zugleich auch Besinnung und Ruhe.

Einen solchen Ort mitten im Nordend zu finden, erwartet man nicht. „Eine Oase mitten in der Großstadt“ nennt das deshalb auch Pfarrerin Tina Greitemann. Seit April ist sie mit einer halben Stelle die zweite Pfarrerin für die „Evangelisch-Lutherische Anstaltsgemeinde des Frankfurter Diakonissenhauses“, wie die bereits hundert Jahre alte Diakonissengemeinde offiziell heißt, und soll den Ort als „geistliches Zentrum“ stärker ausbauen.

Das Herz der Gemeinde sei die Kirche, betont ihr Kollege Matthias Welsch. Täglich finden drei Andachten statt: die Morgenandacht um 7.30 Uhr in der Kirche hinter dem neuen Gebäude des Nellinistifts, das Mittagslob um 12.20 Uhr in der Kapelle im Begegnungszentrum und, wiederum in der Kirche, das Nachtgebet um 19 Uhr. Dann wird auch die gregorianische Komplet gesungen. „Wir können demnach zu Recht behaupten, die meistgenutzte Kirche in Frankfurt zu haben“, sagt Welsch.

Den Gottesdienst besuchen können nicht nur die Diakonissen, sondern alle, die das gerne möchten. Auch in der Zeit zwischen den Andachten steht die Kirche zum Gebet oder für einen besinnlichen Moment offen. „Auch in dieser Hinsicht wird die Kirche häufig genutzt“, ergänzt die Oberin, Schwester Heidi Steinmetz, „es werden Kerzen angezündet oder Fürbitten in das Buch im Eingangsbereich geschrieben; und das von allen Konfessionen.“

Seit März 2009 nutzen die heute noch 45 Frankfurter Diakonissen die schöne Villa der Stifterin Rose Livingston in der Cronstettenstraße als Mutterhaus. Das ehemalige Mutterhaus direkt an der Eschersheimer Landstraße war zu groß geworden. Es wurde abgerissen, dort werden nun Wohnhäuser gebaut. „Es ist gar nicht so einfach, eine Diakonisse auf ihrem Zimmer anzutreffen, sie sind eigentlich ständig irgendwo unterwegs“ erzählt Heidi Steinmetz. Obwohl bis auf fünf alle Schwestern bereits im Ruhestand sind, habe weiterhin jede ihre Aufgabe: „Sie besuchen Menschen im Diakonissenkrankenhaus, tragen Briefe aus, erledigen Einkäufe oder pflegen den Garten.“

Als Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft finanzieren sich die Diakonissen über einen Verein selbst, nur die Pfarrgehälter werden von der Landeskirche bezahlt. Denächst wird die Gemeinde Mitglied im Evangelischen Regionalverband. Mit offenen Angeboten, vor allem dem Projekt „Beten und Arbeiten in der Großstadt“, will die Schwesternschaft sich weiter für Außenstehende öffnen: Frauen zwischen 25 und 50 Jahren haben hier die Möglichkeit, für einen befristeten Zeitraum an der Gemeinschaft teilzuhaben. Dabei können sie herausfinden, ob ihnen das Leben als Diakonisse zusagen würde. „Die meisten Frauen nutzen die Zeit, um für eine Weile herauszukommen aus dem Alltäglichen und zu sich und vielleicht auch ihrem Glauben zu finden“, sagt Schwester Heidi Steinmetz.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 26. August 2011 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Sara Wagner ist Mitglied der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt" und Studentin der Kulturwissenschaften.

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