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Von – 25. November 2011

Jetzt auch muslimische Seelsorge im Krankenhaus

Fünf von insgesamt neun muslimischen Seelsorgern und Seelsorgerinnen, die künftig in Frankfurter Krankenhäusern ehrenamtlich Beistand leisten. Foto: Lieselotte Wendl

In Frankfurter Krankenhäusern gibt es seit November auch muslimische Seelsorgerinnen und Seelsorger – fünf Frauen und vier Männer sind dafür ehrenamtlich unterwegs. Möglich gemacht hat das ein entsprechender Ausbildungskurs, den die christlichen Kirchen und der Verein Grüner Halbmond (eine Art muslimische Diakonie) gemeinsam verwirklicht haben. Das ist ein in ganz Deutschland einzigartiges Pilotprojekt.

Moustafa Shahin, der Vorsitzende des Grünen Halbmondes, sagte bei der Feier zum Kursabschluss, viele Anfragen von Kliniken hätten deutlich gemacht, dass es einen Bedarf nach islamischer Seelsorge gibt. Zwar besuchten auch bisher schon Imame kranke Menschen und leisteten ihnen mit Gebeten Beistand. Echte Seelsorge gehe jedoch weit darüber hinaus. Zumal die Mehrzahl der Imame zeitlich völlig überlastet sei. Professionelle Seelsorge habe im Islam bisher kaum eine Rolle gespielt, und er sei froh, hier „von Deutschland gelernt“ zu haben.

Um die Ehrenamtlichen auf ihre Aufgabe vorzubereiten, hatte sich Shahin an den evangelischen Seelsorgeausbilder Pfarrer Winfried Hess gewandt, der Lehrsupervisor bei der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie ist. Hess und sein katholischer Kollegen Rainer Frisch haben die Ehrenamtlichen insgesamt 220 Stunden lang in Gesprächsführung und dem Umgang mit Konflikten geschult, in die psychologischen und juristischen Grundlagen der Seelsorge eingeführt und bei ihren Praxisstunden begleitet. Den theologischen Ausbildungsteil, zu dem Glaubensfragen sowie religiöse und kulturelle  Besonderheiten gehören, übernahmen Imame aus unterschiedlichen Konfessionen.

Gabriele Scherle, Pröpstin für Rhein-Main, gestand bei der Feier ihre anfänglichen Zweifel ein, „ob sich ein christliches Seelsorgekonzept so einfach auf den Islam übertragen lässt“. Unter anderem habe sie befürchtet, dass hier ein „Religionsmix“ entstehen könne. Derlei Vorbehalte seien von den beteiligten Seiten im Vorfeld diskutiert und schließlich ausgeräumt worden. Inzwischen könne sie es nur begrüßen, dass die Kooperation zustande kam, so Scherle. Die Ausbildung islamischer Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger leiste „einen Beitrag zum Frieden in der Stadt und der Gesellschaft“.

Pflegedienstleiterin Dagmar Lavi vom Heilig Geist-Hospital ist überzeugt, dass die Krankenhäuser von der Präsenz islamischer Seelsorge sehr profitieren werden. Für Kranke sei es extrem wichtig, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu haben, aber den Pflegekräften fehle dazu die Zeit.

Schon jetzt ist klar, dass es einen Folgekurs geben wird, für den sich bereits zahlreiche Interessentinnen und Interessenten gemeldet haben.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 25. November 2011 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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