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Von – 12. Februar 2012

Butterweich gesungen

„Gospelinspiration“ überzeugten in der Nicolaikirche

Haben nicht nur Gospel, sondern auch Pop, Soul und Reggae im Repertoire: Die „Gospelinspiration“ bei ihrem Konzert in der Neuen Nicolaikirche. Foto: Rolf Oeser

Trotz ihres Namens sind die 18 Sängerinnen und Sänger von „Gospel Inspiration“ nicht nur auf Gospelmusik spezialisiert, sie vermögen auch Pop, Soul und sogar Reggae klangschön zu interpretieren. Unter der Leitung von J. Hatch – der Vorname des Dirigenten ist nicht in Erfahrung zu bringen – präsentierte sich der seit zwanzig Jahren bestehende Chor bei einem Konzert in der gut besuchten Neuen Nicolaikirche am Zoo als professionelle Einheit.

Die dunkle Kleidung zu roten Schals macht den Auftritt auch optisch zu einem Erlebnis. Am Schluss eines jeden Stücks verlöscht das Licht, um wenig später in dramatischer Weise und in bunten Spots farblich fein abgestimmt die Lieder zu illustrieren.

Einem butterweich gesungenen „Wade in the Wader“ folgen weitere Klassiker des Genres in polyphon abgestufter Vokalabstimmung. Impulsgeber ist stets der Mann, der am Keyboard die typisch aufgefächerten Akkorde spielt und gleichzeitig gestenreich dirigiert. Zwischen den Stücken nonchalant und liebenswert mit amerikanischem Akzent moderierend, ist Hatch auch Entertainer, der das Publikum in den Vortrag einzubinden weiß. Aber auch in den Reihen des Chores, der in den Lagen Sopran über Mezzosopran und Alt bis zu den Tenören, Bariton und Bass gleich gut und stark besetzt ist, sind hervorragende Solistinnen und Solisten.

Etwa Christine Staudermann, die mit eleganter Souveränität und Klangschönheit das beliebte „Happy Day“ singt. Oder Susanne Jeßberger, der mit ihrer voluminösen Soulstimme ein schöner Beitrag mit „I Can See Clearly Now“ (Sunshiny Day) gelingt.

Gospelmusik thematisiert bekanntlich nicht nur die Frohe Botschaft der Bibel, sondern auch das Elend der aus Afrika stammenden Sklaven Amerikas. So besingt Dieter Hasslinger (Bass) in „Sixteen Tons“ das Leid der Unterdrückten einer Kohlemine. Für die Rhythmik sorgt der Percussionist Florian Holingshaus, für den zwei, drei Trommeln und ein HiHat genügen, um immer wieder tanzbare Grooves zu erzeugen.

Die Einsätze kommen durchgehend klanglich präzise auf den Punkt, ohne Unsicherheiten gelingen die zahlreichen Tempiwechsel. Filigran tönen die raffinierten Stakkato-Effekte bei der bluesigen Hatch-Komposition „Yeah Lord“. Auch komplizierte Arrangements stemmen die Chormitglieder in ausgedehnten A-capella-Passagen dank perfekter Stimmführung.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 12. Februar 2012 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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