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Von – 13. Mai 2012

In diesem Gottesdienst: Smartphone bitte einschalten

Gottesdienst heute morgen in der Friedenskirche. Ich war dabei, obwohl ich bei meiner Liebsten in Wetzlar war.

Zum Sonntag „Rogate“ gab es in der Friedenskirche einen „Twittergottesdienst“. – „Ich weiß ja nocht einmal, was das ist“, sagte eine ältere Frau. „Keine Angst, nichts Schlimmes“, wurde ihr geantwortet. Das war, bevor der Gottesdienst mit dem Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“ begann.

Ich weiß das, weil ich es auf Twitter mitlesen konnte. Twitter ist ein Nachrichtendienst, über den jeder, der dort „eingeloggt“ ist, kurze Nachrichten senden kann, die dann jeder mitlesen kann. Ich zuhause auf meinem Computer, andere auf ihrem Smartphone. Oder aber auf der „Twitterwall“ in der Kirche.

Twitterwall im Gottesdíenst

Wie kam es zu diesem Gottesdienst? Am Wochende fand in der Friedenskirche ein „Barcamp“ statt. Dort trafen sich kirchlich engagierte Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um Erfahrungen aus ihren Aktivitäten im Internet, vor allem in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter auszutauschen und neue Impulse zu bekommen. Mit dem Gemeindepfarrer, Nulf-Schade-James, wurde ein gemeinsamer Gottesdienst vereinbart, der nun heute morgen gefeiert wurde.

Ich konnte also mitlesen, was dort geschah. Wohlgemerkt, nur mitlesen. Ich merkte, dass das für mich etwas anderes ist als als mitfeiern. Das kann ich zum Beispiel in einem Fernsehgottesdienst durchaus und manche sind darauf ja auch angewiesen, weil sie nicht mehr in den Gottesdienst gehen können.

Andererseits: ich konnte mich beteiligen, eben nicht nur innerlich, sondern ganz real. An einem Punkt wurde die Predigt, deren Grundgedanken ich mitlesen konnte, unterbrochen.

„Was bedeutet Euch „Beten“? Wann, wo, wofür betet Ihr?“, wurden wir gefragt, die einen in der Kirche, wir anderen, die in einem Netz miteinander verbunden waren.

In der Kirche wurden Karteikarten verteilt, die dann in Twitter eingegeben wurden. Von überall her aus dem Weltweiten Netz www kamen Antworten.

Aber auch in der Kirche wurden getwittert. Vor allem bei den Konfis vorne sah man die Smartphone aufblinken. „Ich bete für die Eintracht“, schrieb einer. So sind sie, die Konfis.

Noch einmal bei den Fürbitten. Inzwischen hatten sich auch Menschen eingeschaltet, die vorher gar níchts von diesem Gottesdienst wussten und jetzt ihre Fürbitten schickten.

Fazit?

Stimmen auf Twitter:

  • Die Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst – per Twitter oder Zettel – ist sehr bewegend. Bin tief berührt
  • WOW, war das echt ein richtig schöner Gottesdienst…
  • Wenn ich solche Gottesdienste mitfeiern darf, weiß ich, warum ich Christ bin.
  • … ich bin bewegt vom Gottesdienst offline und online geht zusammen
  • Da bin ich heute noch unerwartet zu einem Gottesdienst gekommen – Danke!

Bin gespannt, was ich aus der Gemeinde höre. Haben die Menschen in „Frieden und Versöhnung“ das als Bereicherung, als Verbundenheit erlebt? Oder war es eher störend?

Mein persönliches Fazit: Für mich da draußen ist ein Gottesdienst, den ich hören, sehen, schmecken und anfassen kann, schöner. Aber eine Art der Teilhabe war es für mich allemal.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 13. Mai 2012 in der Rubrik Meinungen, erschienen in der Ausgabe .

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Horst Peter Pohl ist Pfarrer in der Dreifaltigkeitsgemeinde - City-West, Rebstock und Europaviertel - sowie kommissarischer Stadtdekan. Er bloggt auch unter nichtallzufromm.blog.de.

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