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Von – 12. Mai 2012

Johanniskirche wurde zum Mittelpunkt

Gut angenommen wurde das neue Gemeindezentrum im alten Kern von Bornheim. Besonders eindrucksvoll sind die bunten Glasfenster im Gemeindesaal. Foto: Peter Habermehl

„Im Großen und Ganzen kann man wohl von einer gelungenen Fusion sprechen“, sagt Pfarrer Jürgen Lehwalder. Vor zehn Jahren schloss sich die Johannisgemeinde mit der benachbarten Heilandsgemeinde zusammen. Heute zählen zur Gemeinde Bornheim rund 5500 Mitglieder. Sie umfasst das gesamte Gebiet oberhalb des Günthersburgparks und der Dortelweiler Straße. Mit dem Neubaugebiet an der Friedberger Warte ist jetzt ein weiterer Gemeindebezirk hinzugekommen.

„Manche Menschen vermissen aber die Heilandskirche“, ergänzt Matthias Weber, „andere kommen gar nicht mehr.“ Die Kirche in der Andreaestraße war nach der Fusion abgerissen worden, dort entstand das neue Haus Saalburg, zu dem eine Kindertagesstätte und ein Altenheim mit Kapelle gehören. Auch ein Kirchenladen wurde dort eingerichtet. Er sollte am alten „Heilandsstandort“ ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen machen, die auf der Suche nach Orientierung, Hilfe und an geistigen und kirchlichen Fragen interessiert sind. Er wurde aber zu wenig frequentiert, weshalb das Projekt jetzt ausläuft.

Die Pfarrer sind sich einig, dass noch immer zwei Kulturen zusammenwachsen müssen. War die Johannisgemeinde früher eher politisch orientiert, mit „linken“ Pfarrern, die sich etwa aktiv gegen den Ausbau der Autobahn durch Bornheim engagierten, so zählte in der früheren Heilandsgemeinde mehr „die Arbeit nach innen“, die Arbeit mit Familien und mit älteren Menschen. „Es dauert wohl eine Generation, bevor so eine Fusion wirklich abgeschlossen ist“, sagt Lehwalder.

Gut angenommen wurde das neu gebaute Gemeindezentrum nahe der Johanniskirche in Alt-Bornheim. Jeden Abend trifft sich dort eine andere Gemeindegruppe. Der Kindergottesdienst wird von einem zehnköpfigen Team intensiv vorbereitet, im „Neuen Forum“ debattieren Eltern über Erziehungsfragen und streiten aktuell für Hortplätze, es gibt Angebote für Ex-Konfis in der Regie des Evangelischen Jugendwerks, zwei Kinderchöre, eine Kantorei und einen Posaunenchor.

Auch die Johanniskita und das Pfarrhaus sind umgebaut worden. Die 1776 erbaute Johanniskirche soll bald ebenfalls renoviert werden, „um ihren barocken Charakter wieder zum Strahlen zu bringen“, so Weber. Eine neue Orgel hat sie schon, dafür hat die Gemeinde eine halbe Million Euro gesammelt. „So viel Bauen bindet nicht nur finanzielle Ressourcen“, sagt Lehwalder. „Es ist schon fast ein Wunder, dass alle Gemeindeaktivitäten weitergelaufen sind.“

Das mag daran liegen, „dass viele Gruppen hier sehr selbstständig und selbstbewusst sind“, erklärt die dritte Gemeindepfarrerin, Susanne Habermann. „Die Bornheimer sind sehr stolz auf ihren Stadtteil und ihre Vereine wie die TG Bornheim und die Bernemer Kerb. Für viele ist die Kirche wohl einfach noch ein weiterer Verein, bei dem sie die Regeln mitbestimmen.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 12. Mai 2012 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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