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Von – 14. Juli 2012

Evangelische am Bügel eine Minderheit

Am nördlichen Rand von Frankfurt erheben sich einige mächtige Wohntürme. Es ist das Quartier „Am Bügel“, entstanden als Modellfall des sozialen Wohnungsbaus in den 1980er Jahren.

Pfarrer Olaf Lewerenz bereitet den Altar im kirchlichen Nachbarschaftszentrum vor. In den Gottesdienst am Bügel kommen Menschen aus vielen verschiedenen Nationen. Foto: Rolf Oeser

Am nördlichen Rand von Frankfurt findet sich zwischen der Wohnbebauung noch viel Grün, Rapsfelder blühen. Der Ben-Gurion-Ring verbindet und umkreist die Hochhäuser „Am Bügel“, die für die Nachbardörfer Bonames, Nieder-Eschbach und Kalbach immer ein Fremdkörper geblieben sind.

Neu gegründet wurde damals auch die Kirchengemeinde Am Bügel. Die Jahreszahl 1983 am Kirchlichen Nachbarschaftszentrum „KINZ“ am Ben-Gurion-Ring 39 erinnert an das Einweihungsdatum. Das dreiflügelige Haus mit schönem Kirchenraum sollte ein seelsorgerlich-geistliches Zentrum und zugleich offenes Haus sein für die Menschen, die in diesem Stadtteil eine Heimat finden würden. Aber das Quartier hat sich verändert, und damit auch die Kirchengemeinde.

Die meisten Bewohner der ersten Stunde sind weggezogen

„Ich würde gerne an das ursprüngliche Konzept eines Nachbarschaftszentrums anknüpfen, aber das geht einfach nicht mehr“, sagt Pfarrer Olaf Lewerenz. Zu Zeiten seines Vorvorgängers Siegfried Wolter arbeiteten hier zwei Pfarrer und eine Gemeindepädagogin. Heute kümmert sich Lewerenz allein mit nur noch einer halben Pfarrstelle um die rund 950 Evangelischen. Sie sind in dem Quartier, wo 6000 Menschen wohnen, inzwischen eine kleine Minderheit.

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner der ersten Stunde – und damit auch viele Gemeindemitglieder – sind weggezogen, als die Fehlbelegungsabgabe für den sozialen Wohnungsbau kam. Heute leben Menschen aus vierzig Nationen in den Hochhaustürmen. Sozial sei das Wohnquartier gefestigt, auch Dank der vielen sozialen Angebote, sagt Lewerenz.

Unter dem Namen „Regenbogen“ ist die Internationale Stadtteilarbeit der Evangelischen Familienbildung im KINZ beheimatet. Der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit betreibt ein Kinder- und ein Jugendhaus. Jobscouts kümmern sich um den Einstieg der Jugendlichen in den Beruf. Eine städtische Kita und die Kita der Gemeinde nehmen Kinder unabhängig von der Konfession auf. Verbindungsglied für alle ist der Arbeitskreis Bügel.

Zweifel, ob eine eigenständige Gemeinde zukunftsfähig ist

Der sozialdiakonische Ansatz aus den Anfangsjahren manifestiert sich in diesen Angeboten, doch die Kirchengemeinde selber ist geschrumpft. Mit seiner halben Stelle kann Pfarrer Lewerenz nur noch die Kernaufgaben wahrnehmen. „Gottesdienst, Taufen, Konfirmation, Beerdigungen und die Sprechstunde“, zählt er auf. Lewerenz hat Zweifel, ob der Bügel als eigenständige Gemeinde zukunftsfähig ist. „Da müssen andere Wege gesucht werden.“ Eines hält er aber für unverzichtbar: Den sonntäglichen Gottesdienst im „KINZ“. „Der Standort ist wichtig für unsere wenig mobilen Gemeindemitglieder“, sagt er und denkt dabei an die Kirchgängerinnen und Kirchgänger, die aus Russland stammen, aus Somalia, Ghana oder Eritrea.

Geöffnet ist zweimal die Woche die Kinder-Bücherei im KINZ, und in der Kleiderkammer der Gemeinde herrscht jeden Donnerstagnachmittag reger Betrieb. Beliebt sei auch der Weltgebetstag oder das traditionelle Grüne-Soße-Essen vor Ostern. An manchen Punkten arbeitet der Bügel mit der Gemeinde Nieder-Eschbach zusammen, etwa beim gemeinsamen Konfirmationsunterricht.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 14. Juli 2012 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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