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Von – 3. August 2012

Wolfgang Huber: Eine kritisch-sympathisierende Biografie

Wolfgang Huber ist einer von wenigen auch außerhalb der kirchlichen Kreise bekannten deutschen Theologen. Jetzt gibt es – pünktlich zu seinem 70. Geburtstag am 12. August – eine sympatisierend-kritische Biografie.

Wolfgang Huber hat sich vor allem als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland von 2003 bis 2009 einen Namen durch pointierte Positionen gemacht.

Geschrieben hat seine Biografie der Kirchenredakteur der eher linken Berliner „tageszeitung“, Philipp Gessler. Huber selbst hat das Projekt durch zahlreiche Gespräche unterstützt und private Materialien und Fotos zur Verfügung gestellt.

Dass ein gewisses protestantisches Elitebewusstsein Hubers Stand in der Welt geprägt hat, wird durch die Schilderungen der Kindheit und Jugend deutlich. Huber stammt aus einem großbürgerlichen Juristen-Haushalt (beide Eltern sind berufstätig), wobei sein Vater einer der maßgeblichen Juristen des nationalsozialistischen Regimes war – ein Thema, das weder Gessler noch Huber tabuisieren.

Huber selbst orientiert sich dann in den Anfängen seiner Laufbahn eher „links“, engagiert sich für Frieden und Abrüstung und macht sich den NS-kritischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer zum Vorbild. Und macht sich als Vordenker christlicher Ethik einen Namen.

Projekte an der EKD-Spitze nicht sehr glücklich

Weniger glücklich verliefen hingegen Hubers Projekte an der Spitze der Evangelischen Kirche. Hier hatte er bei vielen Themen kein Gespür für die Notwendigkeiten der Zeit, sei es bei dem fulminant verlorenen Projekt „Pro Reli“ (wo sich die Kirchen vergeblich für den Erhalt des Religionsunterrichts in Berlin einsetzten), sei es bei dem Versuch, die Evangelikalen mehr in die Kirche einzubinden oder auch mit dem Impulspapier „Kirche der Freiheit“, das nicht wirklich zu einem Aufbruch der Kirche geführt hat.

Ein insgesamt lesenswertes Buch, das nicht nur Einblick in die Person Hubers gibt, sondern auch ein Stück deutsche Kirchengeschichte nachzeichnet.

Philipp Gessler: Wolfgang Huber. Kreuz-Verlag, 279 Seiten, 19.99 Euro.

Zum Weiterlesen: Wie ist das mit Gott? Darüber sprach Wolfgang Huber im Interview mit unserer Zeitung

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 3. August 2012 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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