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Von – 3. September 2012

Das Persönliche zählt

Wie im Internet über Religion gesprochen wird

Jugendliche reden anders über religiöse Inhalte als Erwachsene. Der Theologe und Autor Martin Dreyer entwickelte daher eine „Volxbibel“ für das Internet, eine „Mitmachbibel“, an der alle, die Lust haben, über wiki.volxbibel.com mitarbeiten können.

Wie im Internet über Religion gesprochen wird, war Thema bei einer Podiumsdiskussion im Haus am Dom. Jürgen Pelzer, Co-Autor einer Studie über „Kirche im Web 2.0“, erläuterte die Besonderheiten: Im Internet könne jeder mit jedem sprechen, Autoritäten spielten keine entscheidende Rolle. Bei Twitter, Facebook und auch in vielen Blogs stünden nicht Glaubensgrundsätze im Vordergrund, sondern Erfahrungen und persönliche Bekenntnisse. Sie wirkten auf den ersten Blick manchmal banal, ließen aber oft eine tiefe Erfahrung durchscheinen. Zum Beispiel, wenn jemand von einem Waldspaziergang erzählt, bei dem er von „etwas Größerem“ erfasst worden sei. Pelzer sieht aber durchaus eine Tendenz zur „Verflachung“.

Norbert Kebekus, Internetseelsorger am Erzbistum Freiburg, betonte hingegen, dass die Bloggerszene teilweise ein sehr hohes intellektuelles Niveau habe, auch wenn dort persönliche Erfahrungen im Vordergrund stünden. Die Heidelberger Religionswissenschaftlerin Simone Heidbrink sagte, es habe schon immer sehr persönlich gefärbte und auch banale Äußerungen über Religion gegeben. Früher seien sie aber nicht sichtbar geworden. Erst durch das Internet habe man Einblicke in diesen „faszinierenden Quellenbefund“.

„Man muss dem Volk aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden“, zitierte Moderator Joachim Valentin Martin Luther. Auf dem Podium war man sich einig, dass es auch die Aufgabe des Religionsunterrichtes sei, religiöse Sprachfähigkeit zu fördern und so der Verflachung entgegenzuwirken.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 3. September 2012 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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