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Von – 11. September 2012

Osterkirche in Sachsenhausen nach fünf Jahren wiedereröffnet

Fünf Jahre lang wurde sie renoviert und umgebaut, nun ist die Osterkirche, eines der „Wahrzeichen Sachsenhausens“ in der Mörfelder Landstraße, wieder in Betrieb. Am 16. September wird sie offiziell eingeweiht – um 10 Uhr im Gottesdienst, mit anschließendem Gemeindefest.

Man sieht ihr den Charme der Fünfziger Jahren noch an, doch nach fünf Jahren Umbau ist die Osterkirche jetzt auch modernsten Anforderungen gewachsen. Im September wird das „Wahrzeichen Sachsenhausens“ in der Mörfelder Landstraße offiziell eingeweiht, in Betrieb ist es jetzt schon. Foto: Rolf Oeser

„Wenn Ihr die Kirsch auch noch abreißt, bin ich weg aus dem Verein da!“ – In den vergangenen Jahren musste Pfarrer Ulrich Baumann viele Menschen in Sachsenhausen beruhigen: „Nein, nein, die Osterkirche bleibt stehen.“ Erfolgreich hat sich die Maria-Magdalena-Gemeinde für den Erhalt dieses „Wahrzeichens von Sachsenhausen“ in der Mörfelder Landstraße mit dem weithin sichtbaren, efeubegrünten Turm eingesetzt. 2007 mussten zwar das Gemeindehaus und die Pfarrhäuser abgegeben werden, nicht aber die in den 1950er Jahren von Rudolf Schanty entworfene Kirche selbst.

Am Ostersonntag 1953 war der Grundstein gelegt worden, am Ostersonntag 2012 wurde das Gebäude nach fünfjähriger Umbauphase wieder in Betrieb genommen. Damit hat die Maria-Magdalena-Gemeinde neben der Lukaskirche in der Gartenstraße wieder eine zweite Kirche im westlichen Teil ihres Gemeindegebietes. Am 16. September wird die neue Osterkirche mit Gottesdienst und Gemeindefest offiziell eingeweiht.

Sie wurde im Zuge der Renovierung frisch gestrichen, hat eine neue Holzvertäfelung, eine neue Heizung, neue Elektrik und einen barrierefreien Zugang bekommen. Dazu wurden wesentliche Nebenräume integriert wie Sakristei, Stuhllager, Toiletten, Küche, Büro sowie ein kleiner Gruppenraum. Dafür hat das Architekturbüro Gottstein und Blumenstein den Raum unter der Orgelempore geschickt genutzt. Neu, größer und mit größerem Außengelände ist jetzt auch die Oster-Kita.

Das Einzugsgebiet der Osterkirche beginnt südlich der S-Bahn-Linie und ist von der Bevölkerung her alles andere als homogen: Wohnviertel, in denen überwiegend Menschen mit wenig Geld leben, wie die Heimatsiedlung oder die Fritz-Kissel-Siedlung, gehören ebenso dazu wie die gutbürgerlichen Quartiere Lerchesberg und Malerviertel.

Vor allem an die kirchenmusikalische Tradition der Osterkirche soll in Zukunft wieder angeknüpft werden: Jeden Donnerstag proben hier Kinderchöre, um den Altar ist viel Platz für Aufführungen. Auch Jazzmusik passt gut in die Kirche, der man den Fünfziger Jahre-Stil noch ansieht.

Pfarrer Baumann wird hier einen der wenigen Frühgottesdienste halten, die es in Frankfurt am Sonntag gibt: immer um 8.30 Uhr. Einen „klassischen“ Gottesdienst um 9.30 Uhr gibt es hier ebenfalls. Der Gottesdienst um 11 Uhr für Familien wird weiterhin in der Lukaskirche in der Gartenstraße stattfinden.

„Diese Gemeinde war immer auch politisch“, erklärt Baumann. Das habe sich nicht nur beim Widerstand gegen den Kirchenabriss gezeigt. Seit Jahren ist Fair-Trade-Kaffee selbstverständlich und wird am Eine-Welt-Kiosk verkauft. Gesprächsabende, in denen es etwa um die Lärmbelästigung durch die neue Flughafen-Landebahn geht, finden jetzt bereits wieder in der Osterkirche statt. Und die Gemeinde hat sich damit beschäftigt, wie die evangelischen Kirchen in Hessen während des Nationalsozialismus mit Christen und Christinnen jüdischer Herkunft umgegangen sind.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 11. September 2012 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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