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Von – 13. Oktober 2012

Karin Kuck verbindet Gemeinde, Dekanat und Regionalverband

Die „Bewahrung der Schöpfung“ liegt Karin Kuck am Herzen. Deshalb isst sie nicht nur „Bio“, sondern engagiert sich auch seit Jahren in Kirche und Politik gegen den Flughafenausbau: „Wir müssen darüber nachdenken, was Wohlstand eigentlich ist.“ Außerdem fährt sie in Frankfurt fast ausschließlich mit dem Fahrrad – und zwar nicht erst, seit das „in“ ist.

Karin Kuck – engagiert in Niederrad und in der ganzen Stadt. Foto: Rolf Oeser

Auf den ererbten Streuobstwiesen in Dreieichenhain baut Karin Kuck ihr eigenes Obst und Gemüse an. „Die Arbeit in der Natur gibt mir Kraft“, sagt die 63 Jahre alte Niederräderin. “Ich denke dann oft an meine Vorfahren, die hier auch geschuftet haben, und fühle mich als Glied einer langen Kette.“

Karin Kuck radelt zu vielen Sitzungen: Seit fast dreißig Jahren arbeitet sie im Kirchenvorstand der Paul-Gerhardt-Gemeinde, seit zwanzig Jahren im Dekanatssynodalvorstand Süd und seit acht Jahren im Vorstand des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt. „Es ist wichtig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen“, sagt sie, „alle Frankfurter Gemeinden bilden eine Solidargemeinschaft. Aber ebenso entscheidend ist, die Anliegen der Gemeinde in die höheren Ebenen zu tragen.“

Als die Mutter zweier Kinder 1985 in den Kirchenvorstand gewählt wurde, war ihr klar, dass das nach der Familienpause „ein Einstieg in etwas Anderes“ war. Die gelernte Elektrotechnikerin konnte zwar auch wieder in ihrem Beruf als technische Sachbearbeiterin Fuß fassen, wollte das aber immer nur halbtags tun.

„Ich vertrete eher die bürgerliche Mitte“

„Es ist mir wichtig, die Ziele des Christentums mit den Mitteln der Kirche umzusetzen“, sagt sie. Die Paul-Gerhardt-Gemeinde war in den achtziger Jahren politisch sehr engagiert. Manches, wie etwa die symbolische Erklärung der Gemeinde zur atomwaffenfreien Zone, war Kuck zu extrem. „Ich vertrete doch eher die bürgerliche Mitte“, sagt sie. „Aber bei den Themen Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit habe ich mich wiedergefunden.“

Heute arbeitet Kuck noch im Redaktionsteam des Niederräder Kirchboten mit, sowie im Umbauausschuss „für die Zukunftsfähigkeit“ der Kirche in der Gerauer Straße. Im Dekanatssynodalvorstand ist Kuck für die Krankenhausseelsorge zuständig, und als Vorstandsmitglied des Regionalverbandes nimmt sie an allen Ausschusssitzungen des Fachbereichs 1 für Beratung, Bildung und Jugend teil. „Es ist wichtig, etwa die Mitarbeiter des Vereins für Jugendsozialarbeit als die kirchlichen Mitarbeiter wahrzunehmen, die sie ja sind“, sagt sie. „Das wird in den Gemeinden manchmal übersehen.“

„Konfessionelle Unterschiede kaum nachvollziehbar“

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Ökumene. „Es fing damit an, dass mein Mann exkommuniziert wurde, weil wir evangelisch getraut wurden“, erzählt sie. In Niederrad hat sie schon vor Jahren gemeinsame Veranstaltungen mit der katholischen Nachbargemeinde etabliert. Als Vertreterin des Regionalverbandes nimmt sie jetzt an der ökumenischen Kontaktkommission teil, in der Kirchenthemen mit der Stadt verhandelt werden. Außerdem ist sie ständiger Gast beim katholischen Synodalrat. „Die christliche Kirche ist doch mittlerweile eine Minderheit und sollte eher auf das schauen, was sie verbindet, als auf das, was sie trennt“, unterstreicht Kuck. „Für Laien sind die theologischen Unterschiede ohnehin kaum nachvollziehbar.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 13. Oktober 2012 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe , .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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