Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

Von – 8. März 2013

Fukushima: Leben mit radioaktiver Gefahr

Über die Situation nach der Atomkatastrophe berichtete Reiko Nishimoto, die für die „Young Womens’s Christian Association“ in Fukushima humanitäre Hilfsmaßnahmen organisiert.

Reiko Nishimoto organisiert humanitäre Hilfsmaßnahmen in Fukushima. Hier bei ihrem Vortrag in Frankfurt. Foto: Rolf Oeser

Reiko Nishimoto organisiert humanitäre Hilfsmaßnahmen in Fukushima. Hier bei ihrem Vortrag in Frankfurt. Foto: Rolf Oeser

Zwei Jahre ist es her, dass eine Flutwelle die Küstenregion von Fukushima in Japan zerstörte und es in den dortigen Atomkraftwerken zu einer Kernschmelze kam. Tausende Menschen starben, und die Überlebenden leiden bis heute unter den Folgen der Verstrahlung. Über die Situation in der Region berichtete Reiko Nishimoto, die für die „Young Womens’s Christian Association“ (YWCA) in Fukushima humanitäre Hilfsmaßnahmen organisiert, im Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Praunheim.

Nishimoto zeigte Bilder, die die immer noch andauernde atomare Katastrophe illustrieren: Geigenzähler mitten auf der Straße oder an öffentlichen Plätzen, notdürftig mit Planen abgedeckter Erdaushub, der eine erfolgreiche „Reinigung“ vor Verstrahlung suggerieren soll.

Viele besonders gefährliche Zonen

Die Bewohnerinnen und Bewohner würden den offiziellen Messungen misstrauen, da die Standorte der Geigenzähler vorher einer Dekontamination mit Hochdruckreinigern unterzogen oder auf ein Podest gesetzt würden. „Ich habe zu Anfang nicht verstanden, dass die radioaktiven Wolken sich sehr unregelmäßig ausgebreitet haben“, sagte Nishimoto. In der Region gebe es viele „Hot Spots“, also besonders gefährliche Zonen. Dass die Regierung behaupte, die Verstrahlung außerhalb der evakuierten Zonen beeinträchtige nicht die Gesundheit , wiege die Menschen in falsche Sicherheit.

Humanitäre Hilfe leistet die japanische YWCA durch ein Erholungsprogramm für Familien. Wer ein „Second House“ habe, also ein Haus oder eine Wohnung, die als vorübergehende Unterkunft geeignet sind, werde gebeten, es für einige Wochen im Jahr für Menschen aus der Präfektur Fukushima zur Verfügung zur stellen. So können sie wenigstens für begrenzte Zeit ohne Angst vor radioaktiver Belastung  im Grünen spazieren gehen, ihre Kinder draußen spielen lassen oder Obst und Gemüse einkaufen.

Schuldgefühle wegen der Kinder

Außerdem würden „Mütterversammlungen“ organisiert. Viele Frauen hätten Schuldgefühle, weil sie ihren Kindern ein Leben mit radioaktiver Gefahr zumuten. Auch die medizinische Beratung werde gern wahrgenommen, denn die Regierung entziehe sich dieser Verantwortung.

Als Erfolg wertete Nishimoto, dass manche Frauen die gewonnenen Kontakte und Erfahrungen nutzten, um dann zu Hause selbst Versammlungen und eine Gesundheitsberatung zu organisieren.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 8. März 2013 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe , .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Meistgelesene Artikel

Kommentare zu diesem Artikel

  • Heinz Peschak schrieb am 12. März 2013

    Es ist gut, daß man hier etwas über die Folgen der Katastrophe von Fukushi-ma erfährt. In den Medien kommt Fukushima und das Leid der dortigen Bewohner nicht vor. Die Atomlobby ist immer noch zu stark, obwohl die Entsorgung des Atommülls noch immer nicht geklärt und die Sicherheit der Atomreaktoren sehr fragwürdig ist, Außerdem wäre der Atomstrom unbe-zahlbar, wenn alle Folgekosten, die mit seiner Herstellung verbunden sind, von den Betreibern der Atomkraftwerke und nicht, wie bisher, von den Steuerzahlern getragen werden müßten. Dann hätte sich das Problem „Atomstrom“ von selbst erledigt.

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.