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Von – 11. April 2013

Frankfurter Katholiken hoffen auf mehr Ökumene mit Franziskus

Neue Impulse für die Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Kirche erwarten Frankfurter Katholikinnen und Katholiken durch den neuen Papst.

Stadtdekan Johannes zu Eltz

Der Frankfurter katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz sieht in Papst Franziskus ein „sehr positives Signal für die Ökumene“. Foto: Rolf Oeser

In seinen ersten öffentlichen Äußerungen habe sich Franziskus immer wieder pointiert als „Bischof von Rom“ bezeichnet und nicht als Stellvertreter Jesu Christi oder Hirte der universalen Kirche, sagte Johannes zu Eltz, katholischer Stadtdekan in Frankfurt, gegenüber „Evangelisches Frankfurt“. Zu Eltz erkennt darin ein „weniger monarchisches und stattdessen mehr kollegiales Amtsverständnis“.

Ein „Ökumenekiller“ sei dagegen die ideologische und rechtliche Hochrüstung des so genannten Jurisdiktionsprimats gewesen, also die Annahme, der Papst habe eine volle, höchste und universale Gewalt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts habe dies zu der Vorstellung geführt, der Papst könne die gesamte christliche Kirche eigenmächtig an die Kandare nehmen und durchregieren. „Wenn Papst Franziskus sich nun vor allem als Bischof von Rom versteht, eingebunden ins Kollegium der Bischöfe, ist das ein sehr positives Signal für die Ökumene“, ist zu Eltz überzeugt. Auch der Name „Franziskus“ sei Programm: Er setze den Akzent auf den Einsatz für die Armen und Benachteiligten.

Ökumene der Tat: Gemeinsam für die Bedürfnisse der Armen

„In Frankfurt haben katholische und evangelische Kirche bereits einen starken sozialpastoralen Ansatz“, erklärte Christoph Hefter, Vorsitzender der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken. Die Ausrichtung des neuen Papstes bedeute eine Stärkung des ökumenischen Anliegens in diesem Bereich. Hefter bezweifelt allerdings, dass sich im Gottesdienst oder in anderen Bereichen viel ändern wird.

Stadtdekan zu Eltz hofft hingegen, dass die evangelisch-katholische Zusammenarbeit im diakonischen Bereich weitere Auswirkungen nach sich zieht: Eine „Ökumene der Tat“, die sich vor allem an den Bedürfnissen der Armen und nicht an den institutionellen Eigeninteressen der Kirchen orientiert, könne die theologische Arbeit und die „Anstrengung des Begriffs“ nicht ersetzen, wohl aber erleichtern und beschleunigen. „Es macht dann einfach mehr Freude, miteinander Christ zu sein.“

„Vielleicht gelingt eine Art Wiedervereinigung“

Ökumene werde in Frankfurt bereits an vielen Stellen gelebt, erklärt Daniela Marschall-Kehrel, Synodalratsvorsitzende der Frankfurter Katholiken. Als Beispiele nannte sie den Friedensgottesdienst, den Stadtdekan und Pröpstin kürzlich gemeinsam gehalten haben, und den „sehr schönen Gottesdienst“ zum Weltgebetstag der Frauen, zu dem Frauen aus allen Gemeinden Frankfurts gekommen waren. Marschall-Kehrel hält es für ein „starkes Signal“, dass der neue Papst in seiner ersten Ansprache ausdrücklich alle Christen angesprochen und auch die Evangelischen gebeten hat, für ihn zu beten. „Wir haben in Deutschland ja auch jahrelang gedacht, dass eine Wiedervereinigung unmöglich ist, und dann ging es doch“, zeigt sie sich optimistisch. „Wenn beide christliche Kirchen sich aufeinander zu bewegen, gelingt vielleicht eine Art Wiedervereinigung unter diesem neuen charismatischen Papst.“

Angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen in beiden Kirchen sei es sehr angebracht, die Kräfte zu bündeln. „Franziskus ist ein Silberstreifen am Horizont, der hoffentlich in eine Morgenröte übergehen wird“, hofft die Synodalratsvorsitzende.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 11. April 2013 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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