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Von – 30. April 2013

Schön bunt statt braun – Aktionen gegen Rechtsextremismus

 „Chillen gegen rechts“ hat die Jugendkulturkirche Sankt Peter ihre Aktion auf dem Friedberger Platz benannt. Sie lädt ein, es sich am 1. Mai entspannt bei Snacks auf Liegestühlen bequem zu machen – nur eine von vielen Initiativen und Kirchengemeinden, die für morgen auf einem zentralen Frankfurter Platz eine öffentliche Veranstaltung angekündigt hat.

Das Römerbergbündnis ist seit vielen Jahrzehnten aktiv gegen Rechtsextremismus. Foto: eoa

Das Römerbergbündnis ist seit vielen Jahrzehnten aktiv gegen Rechtsextremismus. Foto: eoa

Initiator der Aktion istdas Frankfurter Römerbergbündnis, dem die christlichen Kirchen, die Jüdische Gemeinde, der Jugendring und der Deutsche Gewerkschaftsbund angehören. Hier eine Übersicht über alle geplanten Veranstaltungen.

Die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit den NSU-Prozessen zeigten, „dass bei Justiz, Polizei und vielleicht auch Politik eine gefährliche Unterschätzung, wenn nicht sogar Verharmlosung der Wirksamkeit rechtsradikaler Bewegungen und Aktionen existieren“, begründete Pfarrerin Esther Gebhardt, die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, das Engagement. Über Jahre hinweg hatte die terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) Menschen überwiegend türkischer Herkunft in ganz Deutschland ermordet. Polizei und Verfassungsschutz unterliefen dabei zahlreiche Ermittlungspannen, die derzeit einen Untersuchungsausschuss beschäftigen. Teilweise suchten die Ermittler die Ursachen dieser Taten nicht in rechtsradikalen Kräften, sondern unterstellten eine Mitschuld der Opfer.

NSU-Morde haben viele aufgeschreckt

Gunter Volz, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung, der die Aktionen am 1. Mai koordiniert hat, sagte gegenüber „Evangelisches Frankfurt“, die NSU-Morde hätten „auf jeden Fall dazu beitragen, dass sich in diesem Jahr so viele Gemeinden und Initiativen beteiligten. Es war kein Problem die Kolleginnen und Kollegen zu motivieren, an dem Tag was zu machen.“ Viele hätten derzeit den Eindruck, dass der organisierte Rechtsextremismus in Deutschland ein Problem sei, das man nicht allein der Polizei überlassen dürfe, zumal es dort und beim Verfassungsschutz offenbar „große Versäumnisse“ gebe.

Das Römerbergbündnis und mit ihm auch die Kirchen stünden in jedem Jahr erneut vor der Frage, ob ein Aufruf zu einer Protestaktion nicht überhaupt erst den rassistischen und nationalistischen Kräften Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit verschaffe, sagte Gebhardt. Zumal die letzten Jahre gezeigt hätten, dass die NPD zahlenmäßig nur geringe Kräfte für einen Aufmarsch in Frankfurt mobilisieren könne. Für die Kirchen gebe es jedoch nur eines: „Eine nie ermüdende Wachsamkeit gegenüber allen fremdenfeindlichen und rassistischen Bewegungen.“ Das sei man den Opfern des Nationalsozialismus und einer humanen und weltoffenen Gesellschaft schuldig, sagte Gebhardt. „Und da sollten wir vielleicht  lieber einmal zu viel als zu wenig auf die Straße gehen, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 30. April 2013 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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