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Von – 2. Dezember 2013

Päckchen von Unbekannt

Es passiert in Büros, Vereinen, Schulen und inzwischen auch im Internet: Beim Wichteln schenken sich Menschen gegenseitig hübsche Sachen. Oder hässliche.

Adventszeit ist Geschenke-Zeit. Auch das "Wichteln" hat in diesen Wochen Hochsaison. Foto: Peter Atkin/Fotolia.com

Adventszeit ist Geschenke-Zeit. Auch das „Wichteln“ hat in diesen Wochen Hochsaison. Foto: Peter Atkin/Fotolia.com

„Wichteln macht einfach Spaß“, sagt die dreißigjährige Anne. Sie wichtelt mit Menschen, die sie aus einem Internetforum kennt. Gemeinsam legen sie einen Stichtag und einen Preisrahmen fest, ein Organisator sammelt die Adressen und lost aus, wer wem etwas schenkt. Wie beim anaologen Wichteln bleibt das natürlich für die Beschenkten geheim.

„Man kennt die anderen ja nur aus dem Forum, hat sie aber noch nie gesehen“, erzählt Anne. „Deshalb ist es doppelt spannend, sich zu überlegen, wie man ihnen eine Freude machen kann.“ Wenn das Geschenk gefällt, wird es gepostet, also ein Foto davon ins Internet gestellt. Beliebt sind auch versteckte Hinweise, von wem das Wichtelgeschenk wohl kommen könnte. „Wenn man Glück hat, errät man es und kann sich bedanken“, sagt Anne.

Ursprünglich blieb der Schenkende aber unbekannt. Wichteln geht auf einen Brauch aus Skandinavien zurück, bekannt als „Julklapp“: Jemand klopft nach dem Weihnachtsessen an die Tür, wirft ein dick verpacktes Geschenk in den Flur, ruft zweimal laut „Julklapp!“ und gibt dann Fersengeld, um möglichst unerkannt zu bleiben. So ist auch der Bezug zum Wichteln entstanden: Der Wichtel ist eine nordische Sagengestalt, die heimlich Gutes tut.

Gewichtelt wird heute überall, und in unendlich vielen Variationen. Gemeinsam ist allen, dass man nicht weiß, von wem das Geschenk stammt (es aber manchmal erraten darf), dass alle Mitglieder einer Gruppe schenken und beschenkt werden, und dass man sich auf einen Preis für die Geschenke einigt, meist zwischen 5 und 15 Euro. Wichteln ist also sehr demokratisch.

Und inzwischen auch global: „Weltweit Wichteln“ können Kindergruppen schon seit 2005. Für 2,50 Euro werden in Weltläden weiße Wichtel erworben, kleine Handpuppen aus Stoff, die in indischen Familien für gerechten Lohn genäht wurden. Diese Wichtel werden dann von den Kindern bemalt oder bestickt und dann an eine Kindergruppe im Ausland geschickt. Oft ist die Freude groß, wenn Fotos mit Kindern aus einem fernen Land kommen, die die eigenen Wichtel in der Hand halten (Infos unter www.weltweit-wichteln.de).

In jüngster Zeit scheint auch die koboldhafte Seite des Wichtelns wieder beliebter zu werden. Beim Schrottwichteln oder Horrorwichteln geht es nämlich darum, etwas möglichst Hässliches, Verrücktes, Kitschiges oder Sinnloses, das man zuhause herumliegen hat, zu verschenken. Frauen zwischen 19 und 39 Jahren können das am Freitag, 6. Dezember um 19 Uhr im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in der Saalgasse 15 ausprobieren. Das hässlichste Schrottwichtelgeschenk bekommt sogar einen Preis (Anmeldung unter Telefon 069 9207080).

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 2. Dezember 2013 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe , .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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