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Von – 2. Dezember 2013

Weihnachten – mehr als ein nettes Event

Pfarrerin Esther Gebhardt ist Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt. Foto: Ilona Surrey

Pfarrerin Esther Gebhardt ist Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt. Foto: Ilona Surrey

Das Weihnachtsfest findet längst an fast jedem Ort dieser Welt statt. Weihnachten ist ein globales Event; am großen Geschäft mit Weihnachten wollen alle teilhaben. Immer öfter finden unter dem Weihnachtsbaum Familienmitglieder zusammen, die das Jahr über in unterschiedlichen Kulturen und Ländern leben und arbeiten. Die Kulturen mischen sich, und in die Familienfeiern werden die unterschiedlichsten Traditionen eingebracht, von Weihnachten über Chanukka bis zu chinesischer Weihnacht.

Was allerdings ist dann überhaupt noch Weihnachten? Ist es nur noch ein unverbindliches Patchworkfest, bei dem Elemente unterschiedlicher Kulturen zu einem netten Event zusammenfließen?

Es braucht unter all dem Flitter, Lichterglanz und globalem Event starke Bilder und Gesten, um die originale Botschaft von Weihnachten deutlich zu machen. Gesten, die uns berühren und mehr sagen als tausend Worte, erleben wir zum Beispiel durch den neuen Papst Franziskus. Ein Besuch im Flüchtlingslager von Lampedusa oder in einer Favela von Rio de Janeiro noch bevor der offizielle Staatsakt beginnt – das sind Gesten, die eine deutliche Sprache sprechen: Gott kommt zu den Menschen, und zwar bevorzugt zu den „Überflüssigen“, also zu denen, die nach herkömmlichen Denkmustern weder als Konsumenten noch als Arbeitskräfte oder Steuerzahler einen gesellschaftlichen Nutzwert haben.

Solche Gesten sind international, global, und überkulturell verstehbar. Sie vollziehen die Bewegung Gottes zu den Menschen in der heutigen Zeit nach. Das setzt sich fort, wenn in der Hamburger St. Pauli-Kirche Flüchtlinge untergebracht werden. Auch Frankfurter Kirchengemeinden engagieren sich zurzeit mit großem Einsatz für Flüchtlinge. Denn natürlich sind Gesten nicht alles, ihnen müssen Taten folgen. Schon gar nicht sind Gesten eine Lösung für das hoch-komplexe Problem der globalen Fluchtbewegungen. Aber sie sind ein Anfang! Sie zeigen: Bei der Suche nach Lösungen dürfen Abwehr- und Schutzmechanismen nicht stärker gewichtet werden als barmherziges Handeln und eine ernsthafte Bereitschaft, Menschen bei der Bewältigung von Schicksalen zu helfen, die sie meist nicht selbst zu verantworten haben. Da wäre noch viel zu tun.

Aber überall, wo das gelingt, geschieht auch Weihnachten, wie es die biblischen Berichte bezeugen: „Denn er hat besucht und erlöst sein Volk“ (Lukas 1,68).

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 2. Dezember 2013 in der Rubrik Meinungen, erschienen in der Ausgabe .

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Pfarrerin Esther Gebhardt ist Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurts.

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