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Von – 4. Juli 2015

Musik von fünf Leipziger Thomaskantoren

Zu seinem zwanzigsten Jubiläum hat der Kurt-Thomas-Kammerchor unter der Leitung von Andreas Köhs in der Dreikönigskirche ein neues A-Capella-Programm präsentiert.

Der Kurt-Thomas-Kammerchor unter der Leitung von Andreas Köhs beim Jubiläumskonzert in der Dreikönigskirche. Foto: Rolf Oeser

Der Kurt-Thomas-Kammerchor unter der Leitung von Andreas Köhs beim Jubiläumskonzert in der Sachsenhäuser Dreikönigskirche. Foto: Rolf Oeser

Das Amt des Kantors der Leipziger Thomaskirche hat weltweit ein gewaltiges Ansehen, beinahe mystische Bedeutung. Doch war das nicht immer so. Zu ihrer Zeit schlugen sowohl der Barockmeister Georg Philipp Telemann als auch der Edelromantiker Felix Mendelssohn Bartholdy ein Stellenangebot des Rates der Stadt Leipzig aus. Dafür war Johann Sebastian Bach, der heute als der Thomaskantor schlechthin gilt, im Bewerbungsverfahren nur die dritte Wahl.

Nach einem Thomaskantor des 20. Jahrhunderts, Kurt Thomas nämlich, der später dann auch in Frankfurt wirkte, ist der Kurt-Thomas-Kammerchor der Dreikönigsgemeinde in Sachsenhausen benannt. Zu seinem zwanzigsten Jubiläum gab er unter der Leitung von Andreas Köhs ein Konzert mit A-cappella-Werken von fünf Leipziger Thomaskantoren.

Von Bach ausgehend (Motette „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ BWV Anh. 160) wurden die Werke von dessen Amtsnachfolgern klangschön vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die große A-cappella-Messe in f-Moll von Moritz Hauptmann, der 1842 auf Empfehlung von Felix Mendelssohn Thomaskantor wurde. Aus dem homogen klingenden, sehr gut disponierten, dreißig Mitglieder zählenden gemischten Chor traten hierbei Julia Brock (Sopran), Franziska Mader (Alt), Andreas Klopp (Tenor) und Daniel Starke (Bass) als Solisten eindrucksvoll hervor. Die Messe im zeitgenössischen Kirchenstil erinnert in ihrer Kompositionsweise an Mendelssohns Meisterschaft, obwohl ihre Melodik zwar durchaus gefällig, aber nicht so leicht zu rezipieren ist. Vorbildlich, wie Köhs die Führung des vierstimmigen Vokalsatzes und die Wechsel zwischen Solistenquartett und Chor aus der Partitur herausarbeitete.

Zudem erklangen am frühen Abend unter Köhs zielstrebigem Dirigat von Johann Heinrich Doles zu dessen 300. Geburtstag „Lobe den Herrn meine Seele“, die Chorfuge „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ von Johann Gottfried Schicht (Thomaskantor von 1810 bis 1823) und ein „Ave verum corpus“ von Ernst Friedrich Richter (Thomaskantor von 1868 bis 1879). Alle Werke sang der hoch konzentrierte Chor in ausgewogener Dynamik bei konziser Stimmführung. Auch auf Textverständlichkeit legte man großen Wert, wovon besonders die Verse der Messe in den lateinischen überschriebenen Sätzen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus dei profitierten.

Als Intermezzo mit fast meditativer Wirkung spielte Köhs an der großen Schuke-Orgel in Prinzipalchorregistrierung mit klarer Intonation Bachs berühmtes Präludium und Fuge in a-Moll, BWV 543. Wie gewohnt gelang die Interpretation des Kirchenmusikers und Dirigenten bei klugem Registereinsatz auf hohem Niveau.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 4. Juli 2015 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe , .

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