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Von – 4. Oktober 2015

Epiphaniaskirche: Interferenzen im Kirchenraum

Kunst und Kirche begegnen sich in einer Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst in vier Frankfurter Kirchen. Für die Ephiphaniaskirche hat die Künstlerin Susa Templin eine Installation geschaffen, die das Lichterspiel der Kirche aufgreift.

Installation von Susa Templin in der Epiphniaskirche im Nordend - noch bis 25. Oktober. Foto: Rolf Oeser

Installation von Susa Templin in der Epiphniaskirche im Nordend – noch bis 25. Oktober. Foto: Rolf Oeser

Wer sich von dem trutzigen und verschlossenen Äußeren der neogotisch anmutenden Epiphaniaskirche nicht abschrecken lässt und die kupfernen Eingangstore durchschreitet, reibt sich erstaunt die Augen. Denn hoch und hell ist das schmale Mittelschiff. Viele kleine Fenster ziehen sich ornamentartig an den Seiten längs, lassen Licht herein und beschatten wie in einem Wechselspiel. Jetzt hängen auch noch große viereckige Rahmen von der Decke des Mittelschiffes. Sie stoßen aneinander, erlauben Durchblicke, Einblicke und nehmen den Rhythmus der Diagonalen auf, die das Kirchenschiff prägen.

Susa Templin hat im Sommer viele Wochen in der Kirche verbracht, fasziniert vom Lichterspiel in der Kirche und der Architektur. Die Ephihaniaskirche ist auf den Ruinen der im zweiten Weltkrieg zerstörten neogotischen Vorgängerkirche wieder aufgebaut worden. Doch mit einer ganz anderen Architektursprache, denn Architekt Karl Wimmenauer baute eine lichte, helle Kirche mit klaren Formen. „Die Künstlerin hat das Motiv der Fenster aufgegriffen und es in eine scheinbar schwerelose Installation verwandelt“, sagte Pfarrer Andreas Hoffmann zur Ausstellungseröffnung. Ein ganz eigener Gedankenraum sei so entstanden, der zur Kontemplation einlade.

Viele Blicke zog auch das monumentale Bild auf sich, das die Künstlerin hinter dem Altar aufgehängt hat. Auch hier hat Templin das Motiv des Fensters verarbeitet, denn zu sehen ist ein Fenster, leicht verschattet von einem Vorhang . Dahinter hebt sich als Schattenkreuz das Fensterkreuz dunkel ab.  Entstanden ist dieses Bild aus einer Fotografie und mit Fotografien und Collagen arbeitet die Künstlerin besonders gerne, um Raumeindrücke zu überlagern und zu schichten.

Vier Wochen lang leben die Gemeindemitglieder mit dieser Kunst, die ihren Kirchenraum verwandelt. „Das wird ein spannender Erfahrungsaustausch “, sagt Pfarrer Hoffmann, der am 18. und 25. Oktober Gottesdienste zur Kunst gestalten wird. Am Mittwoch, 21. Oktober ist die Künstlerin um 17 Uhr zum Gespräch eingeladen.

Zu solchen „produktiven Überlagerungen“ sind auch die Künstler aufgefordert, die sich im Themenjahr „Bild und Bibel“ mit weiteren evangelischen Kirchenräumen auseinandersetzen: Heiner Blum in der Dreikönigskirche in Sachsenhausen (16. Oktober bis 13. November), Katrin Ströbel in der Katharinenkirche an der Hauptwache (22. Oktober bis 18. November) und Jonas Englert in der Alten Nikolaikirche am Römerberg  (22. bis 26. Oktober). Weitere Informationen bei der Evangelischen Akademie Frankfurt, die die Ausstellungsreihe kuratiert.

Öffnungszeiten in der Epiphaniaskirche, Oeder Weg/EckeHolzhausenstraße: noch bis 25. Oktober, Montag bis Freitag 17 bis 19 Uhr.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 4. Oktober 2015 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe , .

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