Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

Von – 28. Oktober 2015

Sterbehilfe: „Am Ende ein Fest“

Der Film „Am Ende ein Fest“ von Tal Granit und Sharon Maymon will zu einer Diskussion über die juristischen, medizinischen und ethischen Fragen von Sterbehilfe anregen. Trotz des schwierigen Themas ist er unterhaltsam und differenziert, weist aber auch Leerstellen auf. 

Yehezkel baut eine Selbsttötungsmaschine, Levana ist skeptisch: Der Film „Am Ende ein Fest“ behandelt das Thema Sterbehilfe. Foto: mm-filmpresse.de

Yehezkel baut eine Selbsttötungsmaschine, Levana ist skeptisch: Der Film „Am Ende ein Fest“ behandelt das Thema Sterbehilfe. Foto: mm-filmpresse.de

In einem Heim für betreutes Wohnen in Jerusalem liegt Yanas Ehemann Max im Sterben. Er leidet sehr und möchte von seinen Schmerzen erlöst werden. Yana wendet sich an ihre alten Freunde Yehezkel und Levana und bittet um Hilfe. Yehezkel ist ein erfindungsreicher Kopf. Um den Sterbewunsch von Max zu erfüllen, bastelt er eine „Selbsttötungsmaschine“: Damit kann sich der Kranke per Knopfdruck ein todbringendes Mittel verabreichen. Doch es braucht noch mehr Komplizen: Der ehemalige Tierarzt Dr. Daniel bereitet die Medikamentenmixtur zu, sein Freund Rafi, ein früherer Polizist, überwacht den Ablauf. Alles klappt gut, doch nach dem Tod von Max melden sich prompt weitere Interessenten…

Doch so ganz offen wird das Thema nicht diskutiert; letztlich bezieht der Film Position für die Sterbehilfe. Das wird zum Beispiel an der Figur der Levana deutlich, die anfangs strikt gegen das Unternehmen der Gruppe ist, aber am Ende, aufgrund einer beginnenden Demenz, schließlich für sich selbst ebenfalls diesen Weg wählt.

Und genau hier hat der Film eine Leerstelle: bei der Frage, was die Gesellschaft tun kann, um das Leben auch mit Krankheit und Demenz lebenswert zu machen. Es ist doch ein Unterschied, ob todkranke Menschen in ihren letzten Tagen unerträgliche Schmerzen leiden, oder ob sie in hässlichen und respektlos geführten Wohnheimen für Demenzkranke leben müssen (so wie die, die Levana sich anschaut).

Die Evangelische Filmjury hat ihn zum „Film des Monats“ gekürt. In Frankfurt läuft er zurzeit im Orfeos Kino)

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 28. Oktober 2015 in der Rubrik Bücher & Filme, erschienen in der Ausgabe , .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

Meistgelesene Artikel

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.