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Von – 23. November 2015

Väter in Interkulturellen Familien

Väter in Migrantenfamilien wollen wie alle Väter das Beste für ihr Kind. Doch oft werden sie nicht als liebevolle, interessiert und den Kindern zugewandt wahrgenommen.

Foto: Halfpoint/Fotolia.com

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Über Vorurteile, Hintergründe und positive Beispiele seiner „Väterarbeit“ sprach der Pädagoge Cengiz Deniz im Ökumenischen Zentrum Christuskirche. Anlass waren die Interkulturellen Wochen, an denen sich die Gemeinde wie in den Vorjahren beteiligt hat.

„Wir brauchen mehr Väterbildung“, sagte Deniz, der seit Jahren zum Thema Integration und Bildung forscht und publiziert. Er bietet auch selber Vätergruppen an und ist beratend  tätig. „Es ist nicht einfach, Väter zu finden, die an einer Gruppe teilnehmen wollen“, sagt Deniz. Doch dann spreche sich in der Regel schnell herum, dass es hier eine Gruppe gibt, in der man bei Tee, Couscoussalat und Baclava über seine Probleme als Vater in der Familie reden kann.

Türöffner ist für Deniz die einfache Frage: „Wie kann ich ein guter Vater sein?“ Denn das wollen die Männer sein für ihre Kinder, gleich welchen kulturellen Hintergrund sie haben. Er lässt sie in seinen Gruppen erzählen von ihren Söhnen, die nicht auf sie hören und von den Töchtern, um die sie sich sorgen, wenn sie Freundinnen besuchen. Er fragt, warum im Wohnzimmer die ganze Zeit der Fernseher läuft und erklärt, dass die Kinder dabei Sachen aufschnappen, die nicht gut für sie sind. Er versucht ihnen zu vermitteln, wie wichtig gemeinsame Zeit und gemeinsame Erlebnisse mit den Kindern sind.

Auch Gewalt in der Familie ist ein Thema, angefangen vom Streit unter Sohn und Tochter bis zu Wutausbrüchen eines Vaters, der dabei das Smartphone seines Sohnes zerschmettert. In seinen „Vätergruppen“ bietet Deniz an, über all das zu diskutieren: Was für ein Vater will ich sein, welche Werte vermittele ich meinen Kindern? Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Kindern und meiner Frau?

„Ein langfristig engagierter Vater spielt eine enorme Rolle für die Bildungsentwicklung der Kinder“, sagt Deniz und plädiert deswegen für eine möglichst früh ansetzende Einbeziehung der Väter in Kindergärten und Schulen. Untermauert werde dies in aktuellen Bildungsstudien. Konkretes Material und Hilfen liefern dabei Bücher wie etwa das kürzlich erschienene „Stark für Kinder – Väter in interkulturellen Familien“, herausgegeben vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 23. November 2015 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe , .

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