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Von – 7. Dezember 2015

Indonesische Kultur pflegen

Die indonesische Kristusgemeinde Rhein-Main ist eine der wenigen Gemeinden in der Evangelischen Kirche Frankfurt, wo sich über die Hälfte der Mitglieder zum Gottesdienst versammeln: Rund siebzig Männer, Frauen und Kinder kommen sonntags nachmittags in die Alte Nikolaikirche am Römerberg, bei 129 Gemeindemitgliedern insgesamt.

Gottesdienst der indonesischen Kristusgemeinde – immer sonntags um 15 Uhr in der Alten Nikolaikirche am Römerberg. Hier mit Pfarrerin Junida Rondonuwu Lasut und Kirchenvorsteher Jens Balando (erste Reihe). Foto: Rolf Oeser

Gottesdienst der indonesischen Kristusgemeinde – immer sonntags um 15 Uhr in der Alten Nikolaikirche am Römerberg. Hier mit Pfarrerin Junida Rondonuwu Lasut und Kirchenvorsteher Jens Balando (erste Reihe). Foto: Rolf Oeser

Pfarrerin Junita Rondonuwu Lasut hält die Predigt und spricht den Abschlusssegen, alles Weitere machen die Gemeindemitglieder selbst: Sie lesen aus der Bibel vor, sprechen Psalmen und Fürbitten. Verschiedene Gruppen, die so schöne Namen haben wie „Liebe“, „Freude“ oder „Frieden“, bereiten reihum den Gottesdienst vor, inklusive Kuchenbacken für das anschließende Kaffeetrinken. Im Gottesdienst selbst wird viel gesungen: vom Kirchenchor, aber manchmal auch von kleineren Gruppen oder Gästen, die sich kurz vorher ankündigen.

Anschließend wird es dann laut und fröhlich: Man begrüßt sich untereinander, Pfarrerin Lasut schüttelt allen einzeln die Hand. Dann geht es gemeinsam über den Römerberg in die Saalgasse 15, wo das Kirchencafé stattfindet. Manchmal wird auch ein Geburtstag gefeiert. Neue Mitglieder werden oft gebeten, sich mit einem Lied vorzustellen.

„Wir sind eine große Familie“, sagt Jens Balando, der 39 Jahre alte Vorsitzende des Kirchenvorstands. Seine Eltern sind in den 1970ger Jahren nach Deutschland gekommen. Sie gehörten in Indonesien zu einer religiösen Minderheit: Von den rund 250 Millionen Menschen, die dort leben, sind etwa acht Prozent evangelische Christen. Die Frankfurter Gemeinde entwickelte sich aus einer Gemeinschaft von Krankenpflegerinnen und Studenten. Seit 2005 gehört sie offiziell zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Jens Balando hat von seinen Eltern Indonesisch gelernt. Als Kind ist er oft mit ihnen in ihr Heimatland gereist. „Mit meinem Sohn sprechen meine Frau und ich aber nur Deutsch“, erzählt er. „Auch deshalb ist mir und vielen Eltern der zweiten Generation der Bezug zur Kirchengemeinde so wichtig. Unsere Kinder sollen auch mit der indonesischen Sprache und Kultur aufwachsen.“

Im Kindergottesdienst lernen die Kinder nicht nur die Geschichten der Bibel kennen, sondern auch indonesische Kultur, wie etwa Musik auf dem Angklung, einem einfachen Holzinstrument. Jens Balando möchte bald eine „Gruppe 2.0“ in der Gemeinde entwickeln, für jüngere Gemeindemitglieder. „Wir wollen nicht stehenbleiben, sondern immer wieder auch Neue mit einbeziehen“, sagt er.

Alle zwei Jahre organisiert die Gemeinde eine Reise innerhalb von Deutschland oder Österreich – die letzte ging an den Bodensee. „Viele Gemeindemitglieder lernen auf diese Weise Deutschland kennen und sind überrascht von den unterschiedlichen Landschaften“, erzählt Balando. „Jede Freizeit hat ein Thema, etwa Schöpfung und Umwelt.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 7. Dezember 2015 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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