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Von – 5. Februar 2016

Draußen schlafen ist lebensgefährlich

Um kurz nach elf kam der Notruf. Die Bundespolizei sperrte den Seiteneingang des Hauptbahnhofs an der Poststraße. Ein Mann lag bewegungslos da, der alte Schlafsack konnte ihn nicht genug wärmen. Der Arzt konnte nur noch den Tod des 39-Jährigen feststellen. Vermutlich ist der obdachlose Mann mitten in Frankfurt erfroren. An kalten Wintertagen, und vor allem in kalten Winternächten, leben Menschen ohne festen Wohnsitz in großer Gefahr. Einige von ihnen ziehen es trotz eisiger Kälte vor, keine Unterkunft aufzusuchen. Rund 150 Obdachlose schlafen nach Zählungen der Stadt auf Frankfurts Straßen – auch bei eisiger Kälte.

Jeder kennt sie, aber nicht jeder will sie sehen. Manch einer wechselt scheinbar unauffällig das Zugabteil, wenn ein Obdachloser zusteigt, läuft einen großen Bogen um jemanden, der auf dem Asphalt sitzt.

„Es gibt Menschen, die am Rande der Gesellschaft sind , obwohl sie mitten unter uns leben. Ihnen fehlt es oft an Grundsätzlichem wie Nahrung und Kleidung“, erklärt Pfarrer Michael Frase. Als Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt kennt er die Bedürfnisse derer, die Not leiden und Hilfe brauchen. Mit Einrichtungen wie dem Tagestreff im Diakoniezentrum Weser5 will die Diakonie diese Armut lindern und auch im Winter ein Dach über dem Kopf bieten. Doch jeder kann helfen.

Was tun, wenn man sieht, wie ein Mensch im Freien übernachtet? Die erste Anlaufstelle in Frankfurt ist der Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten, der rund um die Uhr erreichbar ist (Telefon 069 431414). An Bord des Kältebusses sind heißer Früchtetee, Decken, Schlafsäcke und zwei Sozialarbeiter. Sie suchen auf Anrufe hin, aber auch zur Vorsorge bekannte Schlafstätten wohnsitzloser Menschen auf. Gut hundert Kilometer legt der Kältebus im Winter jede Nacht zurück. Hauptwache und Kaisersack sind feste Haltestellen, ansonsten richten sich die Fahrer nach Hinweisen von Sozialarbeiterinnen, Polizei und Bevölkerung. Sogar Förster melden ihnen Schlafplätze aus dem Wald.

Alternativ kann man auch den Notruf 112 oder die städtische Hotline 21270070 für soziale Notlagen wählen, die ebenfalls rund um die Uhr besetzt sind. „Wer einen Menschen bei Kälte im Freien übernachten sieht, sollte auf jeden Fall Hilfe rufen“, appelliert Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 5. Februar 2016 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de.

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