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Von – 17. Mai 2016

Café Deutschland bringt Abwechslung zum eingeengten Alltag

Fünfmal in der Woche öffnet das „Café Deutschland“ an verschiedenen Orten in der Stadt. Das von den Frankfurter Kirchen mit initiierte Projekt will Geflüchtete und Einheimische zusammenbringen.

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Ein orientalisch gemustertes Glas mit süßem Tee, eine schlichte deutsche Kaffeetasse, Schachfiguren und ein Skatblatt: Das Symbolbild, mit dem die neue Initiative „Café Deutschland“ für sich wirbt, sagt aus, worum es geht. Hier sollen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammen Zeit verbringen, mit Reden, Pause machen, Spielen. Das Angebot richtet sich an Geflüchtete, Ehrenamtliche und Menschen aus dem Stadtteil.

„Café Deutschland“ ist ein Projekt von evangelischer und katholischer Kirche, gemeinsam mit weiteren Partnern, darunter die Frankfurter Werkgemeinschaft und das Nachbarschaftszentrum Ostend. Beteiligte Gemeinden sind die evangelische Petersgemeinde im Nordend und die katholische Gemeinde Sankt Bernhard.

„Ein offener Raum der Begegnung hat bislang gefehlt“, sagt Heike Seidel Hoffmann, Flüchtlingsseelsorgerin beim Diakonischen Werk. Gerade für die Bewohnerinnen und Bewohner von Großunterkünften sei es attraktiv, diese für ein, zwei Stunden verlassen zu können. Die angenehme Café-Atmosphäre soll Flüchtlingen auch als Abwechslung dienen zum oft eingeengten Alltag. Vor Hunger, Krieg oder Armut Geflüchtete können dort mit Leidensgenossen ins Gespräch kommen, sich austauschen über ihre ersten Monate in Deutschland und sich Ratschläge geben, wie sich das weitere Einleben in der neuen Heimat einfacher gestaltet.

Damit sich die Existenz vom „Café Deutschland“ und seinen Treffpunkten herumspricht, sollen Flugblätter ausgegeben werden. Um die Treffpunkte von der Straße gut erkennbar zu machen, werden davor zudem Fahnen mit dem Schriftzug „Café Deutschland“ aufgestellt. „Die Landesfarben Schwarz, Rot und Gold werden darauf aber nicht zu sehen sein“, sagt Heike Seidel-Hoffmann.

Der Name „Café Deutschland“ nimmt Bezug auf eine gleichnamige Bilderreihe des Düsseldorfer Künstlers Jörg Immendorf. Großformatige Bilder eines Caféraums machten damals in den 1970er und 1980er Jahren die Brüche und Gegensätze des geteilten Deutschlands sichtbar und setzten sie gleichzeitig in ein Verhältnis zueinander.

„Mit diesem Projekt wollen wir einen Beitrag zur Willkommenskultur in Frankfurt leisten und gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen daran arbeiten, dass Geflüchtete in Deutschland eigene Möglichkeiten und Perspektiven finden können“, sagt Andreas Hoffmann, Pfarrer der Petersgemeinde.

Für jene, die Kontakt zu Flüchtlingen suchen, seien die neuen Treffpunkte wiederum hilfreich, weil es bislang gar nicht so einfach sei, miteinander in Kontakt zu kommen, sagt Andreas Böss-Ostendorf, Referent für diakonische Pastoral bei der Katholischen Stadtkirche. Orte der Begegnung seien wichtig, um Vorurteile abzubauen. „Wir haben festgestellt, dass jeder, der mit Flüchtlingen in Kontakt kommt, hinterher anders über diese denkt.“

Das Café Deutschland öffnet jeweils von 15 bis 17 Uhr an verschiedenen Orten. Weitere sollen folgen. Kontakt: cafedeutschland@petersgemeinde.de:

  • Montags: Sankt Petersgemeinde, Jahnstraße 20.
  • Dienstags: Kulturtreff-Café im Haus der Volksarbeit, Eschenheimer Anlage 21.
  • Mittwochs: Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen, Justinianstraße 5 (ab 1. Juni).
  • Donnerstags: Café One World im Nachbarschaftszentrum Ostend, Uhlandstraße 50.
  • Samstags: Sankt Bernhard, Eiserne Hand 2-4.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 17. Mai 2016 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de.

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