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Von – 16. Juni 2016

Besuch vom „Papst“ der Aladura-Kirchen in Nigeria

Ein besonderer Gast machte kürzlich in Frankfurt Station: „The Most Reverend Dr. Rufus Okikiola Ositelu“, wie der Titel des nigerianischen Theologen lautet, der eine der großen unabhängigen Kirchen Afrikas leitet. 

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Rufus Ositelu (Mitte) bei seinem Besuch im Zentrum Ökumene an der Praunheimer Landstraße, zusammen mit der dortigen Afrika-Referentin Helga Rau und dem interkulturellen Berater Erhard Brunn. Foto: Rolf Oeser

Auf der Durchreise von Halle zurück nach Nigeria besuchte Ositelu das Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Praunheim. Der heute 64-Jährige kennt Frankfurt gut, denn hier hat er lange mit seiner Familie gelebt, zuerst als Fachmann für Computertechnologie, dann studierte er Theologie und leitete eine Gemeinde in Langen. 1999 ging er als Priester nach Nigeria.

Dort ist Ositelu inzwischen das Oberhaupt von „The Church of the Lord“, einer der Aladura-Kirchen, deren Zusammenschluss er auch weltweit vertritt. Die Aladura-Bewegung – weltweit hat sie laut Ositelu 55 Millionen Mitglieder – nahm ihren Ursprung 1918 während einer Grippe-Pandemie in Nigeria, als sich Christen und Christinnen aus dem Volk der Yoruba von der anglikanischen Kirche unabhängig machten.

Später sind daraus verschiedene Kirchengründungen hervorgegangen; eine davon ist „The Church of the Lord“, die 1930 von Ositelus Vater gegründet wurde und nach eigenen Angaben 8,6 Millionen Mitglieder hat, 6,4 davon in Nigeria.

„Alle wichtigen Entscheidungen folgen einer durch meditative Versenkung erlangten Vision oder Eingebung“, erläutert Ositelu. Auf diesem Weg sei auch er nach dem Rücktritt seines Vaters als Oberhaupt bestimmt worden.

Seither lebt er wieder in Nigeria, kommt aber regelmäßig nach Deutschland, vor allem, um ökumenische Kontakte zu pflegen. So hatte er diesmal bei einer Tagung in Erfurt zum Thema „Reformation – Erziehung – Veränderung“ einen Vortrag gehalten.

Gerade die Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums im kommenden Jahr finde er spannend, sagt Ositelu. Er sieht Parallelen zwischen Luther und der Geschichte seiner eigenen Kirche, die sich ebenfalls von einer traditionsreicheren Kirche abgetrennt hat. Unabhängige Kirchen im lokalen Kontext seien genauso wichtig wie Ökumene: „Wir glauben, dass christliche Familien unterschiedlicher Herkunft in Liebe, Glauben und Einigkeit zusammen arbeiten sollten.“

Zurzeit schreibt Ositelu ein Buch über die „Prosperity Churches“, also Kirchen, die ihren Mitgliedern Wohlstand versprechen, und damit vor allem in Afrika schnell wachsen.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 16. Juni 2016 in der Rubrik Menschen, erschienen in der Ausgabe , .

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Dr. Silke Kirch studierte Germanistik, Kunstpädagogik und Psychologie in Frankfurt am Main und ist freie Autorin und Redakteurin.

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