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Von – 17. September 2016

Die Frankfurter Kirchenmitglieder sind viel jünger als gedacht

Erstaunlich für alle, die das Bild einer „ergrauten“ Kirche im Kopf haben: Den stärksten Jahrgang unter den Mitgliedern der Evangelischen Kirche in Frankfurt stellen laut Statistik die 1988 Geborenen. Das liegt vor allem daran, dass Neubaugebiete und Zuzüge so viele junge Leute an den Main bringen.

Spitzenwerte bei den Jüngeren: Nur die Jahrgänge 1982 bis 1991 stellen in Frankfurt jeweils mehr als 2000 Mitglieder der evangelischen Kirche. Illustration: Jutta Pötter

Spitzenwerte bei den Jüngeren: Nur die Jahrgänge 1982 bis 1991 stellen in Frankfurt jeweils mehr als 2000 Mitglieder der evangelischen Kirche. Illustration: Jutta Pötter

Die deutsche Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter, der demografische Wandel schreitet unaufhaltsam voran. Allerdings nicht in Frankfurt. Denn die Mainmetropole ist ein Magnet für junge Leute. Die vielen Neubaugebiete locken junge Familien ins Stadtgebiet, und der attraktive Arbeitsmarkt sorgt für den Zuzug gut ausgebildeter Singles.

Davon profitiert auch die evangelische Kirche: Ihre mitgliederstärksten Jahrgänge stellen zurzeit die 25- bis 35-Jährigen. Das Bild von der „ergrauten“ Kirche, die befürchten muss, bald auszusterben, ist also, was Frankfurt betrifft, grundfalsch.

Die Stadt kommt mit dem Bau von Kitas kaum hinterher

Während noch 2005 der damalige Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, in seinem Buch „Das Methusalem-Komplott“ befürchtete, dass demnächst Spielplätze zu Altengymnastik-Anlagen umgebaut werden müssten, kommen die Verantwortlichen in Frankfurt jetzt kaum noch mit dem Bau von Krabbelstuben, Kitas und Schulen hinterher. So groß ist der Bedarf.

Zwischen 1990 und 2015 ist die Zahl der Frankfurterinnen und Frankfurter um hunderttausend gewachsen, von 620.000 auf 720.000. Und ihre Altersstruktur ist ausgeglichen. Die über 65-Jährigen und die unter 18-Jährigen halten sich die Waage, beide Altersgruppen stellen jeweils rund 16 Prozent der Bevölkerung.

In Frankfurt gibt es pro Jahr 8000 Geburten, aber nur 5500 Sterbefälle

Wo so viele junge Leute leben, sorgen sie natürlich auch für hohe Geburtenzahlen: 8000 Neugeborenen jährlich stehen in Frankfurt nur 5500 Sterbefälle gegenüber – wohingegen deutschlandweit jedes Jahr knapp 200.000 mehr Menschen sterben, als geboren werden.

Doch der aus Sicht der Kirchen so erfreuliche Zuwachs an jüngeren Gemeindemitgliedern erklärt sich nicht einmal nur aus dem Bevölkerungswachstum. Lange Zeit galt die Faustregel, dass der Anteil der Evangelischen unter den älteren Jahrgängen deutlich höher ist als unter den jüngeren – und tatsächlich gehören von den 80-Jährigen Frankfurterinnen und Frankfurtern noch über 30 Prozent der evangelischen Kirche an, während es bei den 40-Jährigen lediglich um die 13 Prozent sind. Doch bei den ganz Jungen geht die Tendenz wieder nach oben: 23 Prozent der 20-Jährigen sind evangelisch – eine Zahl, die umso mehr erstaunt, als der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund weiterhin kontinuierlich steigt.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 17. September 2016 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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