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Von – 14. Oktober 2016

Statt Schlangenbrut heißt es wieder Otterngezücht

Zur Buchmesse erscheint eine neue Version der Lutherbibel. Sie ist in den Formulierungen teilweise wieder näher am ursprünglichen Text von Luther selbst. Ein ganzes Jahr lang ist sie als App kostenlos zu bekommen.

„Eine Anpassung an ein modernes Deutschland ist nicht gewollt,“ so Bibelübersetzer Christoph Kähler (links). Foto: Sascha Wilms / epd-Bild

„Eine Anpassung an ein modernes Deutschland ist nicht gewollt,“ so Bibelübersetzer Christoph Kähler (links). Foto: Sascha Wilms / epd-Bild

Knapp 40.000 neue Bücher kommen jedes Jahr in Deutschland heraus, vor allem im Oktober, wenn die Literaturwelt sich auf der Frankfurter Buchmesse trifft. Viele dieser Bücher haben allerdings nur eine kurze Haltbarkeit. Denn wenn sie sich nicht als profitabel erweisen, werden sie schnell wieder aus dem Handel genommen.

Ganz anders die Bibel, die wird nie alt, sondern nur in regelmäßigen Abständen neu übersetzt. Und in der evangelischen Kirche nicht mal das, da wird vor allem die Bibelübersetzung von Martin Luther alle paar Jahrzehnte überarbeitet. Jetzt ist es wieder soweit: Pünktlich zum Reformationsjubiläum erscheint eine neue revidierte Lutherbibel, die die derzeitige, zuletzt 1984 überarbeitete Version als maßgeblichen Bibeltext der evangelischen Kirche in Deutschland ersetzt. Unter der Leitung von Altbischof Christoph Kähler haben über 70 Fachleute fünf Jahre lang daran gearbeitet – und sind dabei bemerkenswerter Weise an vielen Stellen wieder auf die alte Übersetzung aus dem Jahr 1545 zurückgegangen.

„Je tiefer ein Bibeltext im Gedächtnis der Gemeinden verankert ist, desto weniger darf der Text selbst verändert werden“, ist Kähler überzeugt. So ist zum Beispiel das alte „Otterngezücht“ aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 12, Vers 34) wieder zurückgekehrt, das 1984 zur „Schlangenbrut“ geworden war. Verständlichkeit war bei der Überarbeitung ein weiteres Kriterium. Das zu Luthers Zeit gebräuchliche Wort „Wehmutter“ zum Beispiel wurde jetzt durch „Hebamme“ ersetzt. Und im Rückgriff auf den griechischen Originaltext war auch Genauigkeit wichtig: Der bekannte „Sturm auf dem See“ (Mt 8,24) war nämlich eher ein „Beben im Meer“, und so heißt es jetzt auch.

Damit möglichst viele Menschen in den Genuss der neuen Lutherbibel kommen, verschenkt die Evangelische Kirche in Deutschland als Herausgeberin und Rechteinhaberin den Text sogar, zumindest für alle, die ihn auf dem Handy oder dem Tablet lesen möchten: Von ihrer ersten öffentlichen Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse bis zum 31. Oktober 2017 wird eine entsprechende Lutherbibel-App für Android und iOS kostenlos verfügbar und auch offline nutzbar sein.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 14. Oktober 2016 in der Rubrik Bücher & Filme, erschienen in der Ausgabe , .

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Dr. Antje Schrupp ist geschäftsführende Redakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com.

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