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Von – 12. Oktober 2016

Was will uns Gott heute sagen?

Margot Käßmann und Heinrich Bedford-Strohm lassen sich von Prominenten darüber befragen, wie heute mit Glaube, Mut und Hoffnung die drängenden Fragen der Zeit beantwortet werden können.

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Wenn Gott uns heute etwas sagen will, glaubt der islamische Theologe Mouhanad Khorchide, würde er „sicher nicht dieselben Worte, dieselbe Verpackung verwenden“. Khorchide ist einer von fünf Prominenten, die zum Reformationsjubiläum zwei führende Persönlichkeiten der evangelischen Kirche dazu befragt haben, was wir heute und aktuell mit dem Glauben an Gott anfangen können: Margot Käßmann, die Botschafterin des Reformationsjubiläums 2017, und Heinrich Bedford-Strohm, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland.

Im Dialog mit Jakob Augstein, Mouhanad Khorchide, Walter Homolka, Dunja Hayali und Gregor Gysi sind geistreiche und unterhaltsame Gespräche entstanden, die neue Perspektiven aufwerfen und versuchen, den Blick für die Herausforderungen unserer Gegenwart zu schärfen. Die Reformation, sagt etwa Käßmann im Gespräch mit Jakob Augstein, müsse auch in dem Sinne weitergehen, dass andere Konfessionen nicht als Feinde anzusehen sind (wie das Lutherische im reformatorischen Eifer früher gerne gesehen haben), sondern das Gemeinsame entscheidender ist als das Trennende. Interessant ist auch die von Khorchide aufgeworfene Frage, inwiefern Religionen überhaupt in reformatorischen Prozessen verändert werden dürfen. Unterstellt man damit nicht Gott, er habe sein Werk nicht richtig vollendet?

Neben den Gesprächen enthält das Buch auch einen historischen Abriss der Geschehnisse rund um das Reformationsjahr 1517 und wie diese die Welt bis heute veränderten; außerdem 15 Kurzportraits von besonders einflussreichen evangelischen Persönlichkeiten, wie etwa der linksliberale Hermann Schulze-Delitzsch, der Hilfe zur Selbsthilfe anbot und Arbeiter dazu aufrief, Genossenschaften zu gründen um sich dadurch vor Kreditwuchern zu schützen. Oder Anna Haag, die als Kopf der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit kämpfte und sich als überzeugte Pazifistin schon früh für Kriegsdienstverweigerer einsetzte. Sie verschrieb sich der Selbstverpflichtung „Nie wieder Krieg!“ und rief damit dazu auf, Kinder in diesem Sinne zu erziehen.

Allen gemeinsam ist die Stärke, auch bei Kritik zu den eigenen Überzeugungen zu stehen –das sei ein gedankliches Erbe Luthers, so Käßmann und Bedford-Strohm, und „allein schon wegen dieser Haltung meinen wir: das Reformationsgedenken ist wichtig für unsere Gesellschaft.“

Margot Käßmann, Heinrich Bedford-Strohm: Die Welt verändern. Was uns der Glaube heute noch zu sagen hat. Ev. Verlagsanstalt, 293 Seiten, 22 Euro.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 12. Oktober 2016 in der Rubrik Bücher & Filme, erschienen in der Ausgabe .

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Angela Wolf studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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