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Von , – 6. Januar 2017

Posaunenchöre sind jetzt „immaterielles Kulturerbe“

Posaunenchöre gehören in Deutschland nun zum „immateriellen Kulturerbe“. Das hat die Kultursministerkonferenz  beschlossen. Posaunenchöre gibt es in vielen evangelischen Kirchengemeinden. Sie spielen vor allem in Gottesdiensten, aber auch auf Friedhöfen, in Krankenhäusern und Pflegeheimen oder auf Weihnachtsmärkten.

Einer von 16 Posaunenchören in Frankfurt: Der Chor der Gemeinde Bornheim. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2011. Foto: Rolf Oeser

Nicole Lauterwald freut sich über die Entscheidung der Kultusministerkonferenz. Die Blechbläsermusik sei ein „evangelisches Markenzeichen“ und schaffe es immer wieder, auch viele Menschen außerhalb der Kirche zu erreichen, sagte die Geschäftsführerin des Posaunenwerks der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit werde auch die Arbeit der 266 Posaunenchöre mit mehr als 6000 Bläserinnen und Bläsern gewürdigt, die in der hessischen Landeskirche ehrenamtlich aktiv sind.

Lauterwald selbst hat als Zwanzigjährige mit dem Posaunespielen angefangen. Heute leitet die 47 Jahre alte Archivarin den Posaunenchor der Bonhoeffer-Gemeinde in der Frankfurter Nordweststadt und spielt selbst in der Praunheimer Bläserey und dem Posaunenchor der Bethlehemgemeinde in Ginnheim. Lauterwald würde sich freuen, wenn noch mehr Bläserinnen und Bläser über die Grenzen ihrer eigenen Gemeinde hinaus schauen würden – zum Beispiel, indem sie an den Lehrgängen teilnehmen, zu denen die von der Kirche beauftragten „Posaunenwarte“ regelmäßig einladen. Sie dienen unter anderem der  Verbesserung der Technik, dem Zusammenspiel und dem Erfahrungsaustausch. Doch leider hätten sich bisher nur zehn bis zwanzig Prozent der Bläserinnen und Bläser dort fortgebildet.

Um zumindest in Frankfurt den Austausch zu verbessern, hat Lauterwald voriges Jahr so genannte „Wochentagsproben“ eingeführt, bei denen jeweils mehrere Posaunenchöre an ihren gewöhnlichen Probenterminen unter professioneller Leitung des zuständigen Posaunenwartes gemeinsam üben. „Das dient zur besseren Vernetzung der Posaunenchöre untereinander, zur Verbesserung der eigenen Technik auf dem Instrument unter professioneller blechbläserischer Anleitung und zum Kennenlernen neuer Einblasübungen und Literatur.“ Insgesamt gibt es in Frankfurt 16 Posaunenchöre mit rund 200 Bläserinnen und Bläsern.

In welchem Umfang ihre Arbeit auch in Zukunft noch durch Hauptamtliche gefördert wird, ist allerdings die Frage. Von drei Posaunenwart-Stellen, die es zur Zeit in Gebiet von Hessen und Nassau gibt, sollen nach den derzeitigen Planungen nämlich zwei nicht wieder besetzt werden, wenn die jetzigen Stelleninhaber ausscheiden, beklagt Lauterwald. Sollte das so kommen, könne die Arbeit in der bisherigen Form nicht weitergeführt werden.

Zum ersten Mal wurde nach Angaben des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland im Jahr 1764 ein „Posaunenchor“ schriftlich erwähnt. Ihre heutige Form entwickelten die Chöre dann im 19. Jahrhundert. Bundesweit musizierten etwa 115.000 Menschen in 6500 Ensembles. Der älteste Posaunenchor in der EKHN wurde vor 162 Jahren in Gießen-Kleinlinden gegründet. Das Posaunenwerk der Landeskirche wurde kürzlich 70 Jahre alt. Mehr unter www.posaunenwerk-ekhn.de.

Artikelinformationen

Beitrag von , , veröffentlicht am 6. Januar 2017 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe , .

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