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Von – 19. März 2017

„Endlich Freunde“: Luther und Franziskus auf Tour in Frankfurt

Die Künstlerin Dina Draeger lässt Papst Franziskus zusammen mit Martin Luther als Skulpturenpaar auftreten. Geplant sind unter anderem Auftritte in der Straßenbahnlinie 11 und am Hauptbahnhof.

Dina Draeger stellte in Nied ihr Kunstprojekt vor. Foto: Ilona Surrey

Sie sind fast gleich groß und wirken wie zwei Männer im intensiven Gespräch. Eine unmögliche Begegnung, aber mit viel Symbolkraft: Martin Luther, der 1483 geborene Reformator, und Papst Franziskus, 1936 geboren und als Oberhaupt der Katholiken weltweit auch bei Andersgläubigen beliebt.

Die deutsch-schweizerische Künstlerin Dina Draeger hat von beiden lebensgroße Figuren hergestellt und präsentiert sie im Doppelpack. Ökumene pur. Dabei arbeitet sie mit dem Arbeitskreis „Ökumene“ der Kirchengemeinden im Stadtteil Nied zusammen.

Das Kunstprojekt „Luther trifft Franziskus“ anlässlich des 500. Reformationsjubiläums funktioniert dabei interaktiv. In Frankfurter Kirchen soll das Gespann auftreten, am 5. Juli von 9 bis 11 Uhr in der Straßenbahnlinie 11, beim ökumenischen Gemeindefest in Nied am 10. September, sowie auf öffentlichen Plätzen. Am 2. und 3. Juni sollen Martin Luther und Papst Franziskus am Frankfurter Hauptbahnhof zu sehen sein. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat die Schirmherrschaft für das Vorhaben übernommen.

Dina Draeger schafft Skulpturen, die gleichzeitig lebensnah und artifiziell wirken. Und Fragen aufwerfen. Was hätten sich die beiden zu sagen, wenn sie sich heute treffen würden? Worin würden sie übereinstimmen? Und worin eher nicht? Wären sie einander tatsächlich so zugewandt, wie ihre Alter Egos, deren Optik irgendwo zwischen Gemälde und Fotografie liegt? Man wird es nie erfahren, aber die Fantasie wird angeregt.

Martin Luther, den es wie Franziskus sowohl als Metallskulptur als auch aus Pappe geben soll, trägt die Bibel in der Hand und schaut sehr ernst und etwas entrückt. Franziskus hält die Hand am Ohr, als höre er zu.

„In meiner Wahrnehmung war Luther selten gut gelaunt auf Bildern zu sehen“, sagt Dina Draeger. „Obwohl er natürlich durchaus markige Sprüche drauf hatte.“ Was verbindet die beiden aus ihrer Sicht? „Da sind eine Offenheit in der Wahrnehmung sowie eine große Volksnähe“, sagt sie. Ein Problem beim Schaffensprozess: Von Luther gab es wenige Bilder, Franziskus dagegen im Übermaß.

Das Kunstprojekt steht unter dem Motto „Endlich Freunde“, sagt die Nieder Pfarrerin Charlotte von Winterfeld. „Das passt gut zu unserem Stadtteil, auch wegen der nahen Flüchtlingsunterkunft.“

Wenn Luther und Franziskus auf Tour gehen, sollen fünf Helferinnen und Helfer mit dabei sein. Natürlich gebe es die Möglichkeit, sich mit den beiden fotografieren zu lassen, sagt Pfarrer Rolf Glaser von der katholischen Pfarrei Sankt Markus. Und zwar nicht nur als Selfie: „Wir werden Polaroid-Kameras mitnehmen.“

Leider habe der zweite gewünschte Schirmherr bislang noch nicht von sich hören lassen, bedauert der katholische Pfarrer. „Wir haben natürlich im Vatikan nachgefragt, ob entweder Franziskus selbst oder Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sich das vorstellen könnte. Aber es hat sich noch niemand gemeldet.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 19. März 2017 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de.

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