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Von – 17. Mai 2017

Wer schlecht zu Fuß ist, hat es am Mühlberg schwer

Am Mühlberg in Sachsenhausen-Süd soll das Leben für alte Menschen schöner werden. Eine Sozialraum-Analyse im Auftrag der Agaplesion-Markus-Diakonie trägt zusammen, was fehlt und notwendig wäre.

Jonas Metzger hat die Studie „Mühlberg aktiv – Nachbarn sind wir alle“ geschrieben, Hannelore Rexroth ist Geschäftsführerin der  Agaplesion-Markus-Diakonie, die die Sozialraum-Analyse am Mühlberg in Auftrag gegeben hat. Foto: Angela Wolf

Mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an alten Menschen ist der Mühlberg eine Ausnahme in Frankfurt. Rund 23 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sind 65 Jahre und älter – stadtweit liegt der Anteil bei nur 16 Prozent. Das als gut bürgerlich bekannte Quartier mit viel Grün und zum Teil prachtvoller Bebauung muss sich auf das Älterwerden seiner Bevölkerung einstellen. Das hat das Alten- und Pflegeheim Oberin-Martha-Keller-Haus erkannt und gab hierzu eine Sozialraum-Analyse in Auftrag, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

„Der Nahbereich alter Menschen umfasst in etwa 300 bis 800 Meter“, erklärt der Sozialwissenschaftler Jonas Metzger, Autor der Studie „Mühlberg aktiv – Nachbarn sind wir alle“. Das ist der Radius, in dem sie sich im Alltag orientieren. Metzger hat den Stadtteil fünf Monate lang untersucht. Befragungen, Interviews, Begehungen und eine Zukunftswerkstatt deckten auf, was fehlt und notwendig wäre. Zum Beispiel: Wer schlecht zu Fuß ist, muss sich am Mühlberg einschränken.

Nachbarschaftliche Vernetzung gewünscht

Besonders die Lage des Viertels schränkt die alten Menschen in ihrer Lebensqualität ein. Für Dinge des täglichen Lebens, aber auch für Möglichkeiten zum Austausch oder für einen Friseurbesuch werden Barrieren wie Treppen oder steile An- und Abstiege zum unüberwindbaren Hindernis. „Dies soll sich künftig ändern.“ Hannelore Rexroth, Geschäftsführerin der Agaplesion-Markus-Diakonie, möchte die Rolle des Oberin-Martha-Keller-Hauses in der Dielmannstraße neu ausrichten. Das Haus soll sich dem Quartier öffnen, eine Vernetzung mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern ist das Ziel.

„Der erste Schritt ist das neue Café, das derzeit saniert wird und künftig für jedermann geöffnet sein soll“, so Rexroth. Damit erhofft sie sich ein einen gewinnbringenden Austausch und dass Initiativen entstehen, zum Beispiel Angebote von  Fahrgemeinschaften zu Einkaufsmöglichkeiten.

„Mühlbergmanagement“ soll kommen

Als Schirmherrin des Projekts betont Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) die Wichtigkeit der Seniorenarbeit. Eine kommunale Finanzierung seitens der Stadt Frankfurt, wie es das Programm „Aktive Nachbarschaft“ und deren Quartiersmanagerinnen vorsieht, soll es für den Mühlberg jedoch nicht geben. Hannelore Rexroth und das Projekt müssen daher auf Stiftungsgelder hoffen und setzen auf eine externe Finanzierung. Ein tragfähiges Geschäftsmodell muss noch auf die Beine gestellt werden.

Wenn es jedoch gelingt, 100000 Euro einzuwerben, wofür Rexroth zuversichtlich ist, könne ein „Mühlbergmanager“ für drei Jahre finanziert werden. Seine oder ihre Aufgabe wird es sein, ehrenamtlich Potentiale anzuzapfen, Initiativen ins Leben zu rufen und bereits vorhandene Aktionen zu unterstützen. Ein dauerhaft tragendes Miteinander, das hierbei entstehen soll, ist das nachhaltige Ziel.

Wünsche gibt es viele

Ein gut erreichbares Stadtteilcafé, ähnlich dem Format des „Mühlberglädchens“, Tanzabende, Sportangebote, Kunstausstellungen – Wünsche, wie das Leben im Quartier schöner gestalten werden kann, gab es viele an diesem Abend. „Worum es aber vor allem geht oder gehen sollte“, betont Rexroth, „ist eine inklusive Quartiersentwicklung mit dem Fokus auf ein selbstbestimmtes Leben und der Versorgungssicherheit von älteren Menschen.“ Jetzt gelte es, die Dinge gemeinsam anzupacken und eine generationenübergreifende Struktur im Viertel zu schaffen, bei der alle teilhaben können.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 17. Mai 2017 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe , .

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Angela Wolf studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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Kommentare zu diesem Artikel

  • Brigitte Babbe schrieb am 17. Mai 2017

    Liebe Frau Schrupp, ich weiss, Sie können schreiben. Deshalb lese ich „Sie“ so gerne und immer aufmerksam.
    Aber was ist denn mit diesem Artikel passiert? Viel zu lange Sätze und unnötige Fachausdrücke, Fremdwörter… Und das bei Ihnen???
    Ein Beispiel und eine ernsthafte Frage; seit wann ist die Mehrzahl von Bedarf Bedarfe?
    Zuerst dachte ich, es sei ein Fachausdruck bei den Archtekten. Und nun finde
    ich dieses merkwürdige Wort auch bei Ihnen.. .
    In alter Verbundenheit grüsst Sie Ihre BB

  • Antje Schrupp schrieb am 17. Mai 2017

    Liebe Frau Babbe, der Artikel ist nicht von mir :) _ Aber ich habe ihn natürlich redigiert und bin insofern sehr wohl verantwortlich dafür. Jetzt habe ich auch grade mal gegoogelt, und Sie haben Recht: „Bedarfe“ ist Fachsprache, also zwar theoretisch korrekt, praktisch geht es aber nicht. Wahrscheinlich habe ich diesen Fachsprachen-Jargon inzwischen schon so oft gehört, dass ich mich irgendwie dran gewöhnt habe. Ich ändere es gleich!

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