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Von – 27. Juni 2017

„Liebe ist das Gemeinsame“

Seit zehn Jahren ist Uwe Becker Kirchendezernent in Frankfurt. Warum braucht die Stadt dieses Amt, und welche Rolle spielt Religion heute?

In Frankfurt gibt es viele Religionen. Warum braucht die Stadt einen eigenen Dezernenten für die christlichen Kirchen?

Uwe Becker: Der formelle Anker liegt in der Bauunterhaltung für die acht Dotationskirchen, die Eigentum der Stadt sind, sowie in den vertraglichen Regelungen mit der Jüdischen Gemeinde. Mir ist es aber auch ein Anliegen, den Dialog zwischen den Religionen zu fördern. Aus diesem Grund bin ich mit den verschiedenen Gemeinden und Gemeinschaften auch inhaltlich im regelmäßigen Austausch.

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu Religion und Glauben?

Becker: Sie spielen für mich eine wichtige Rolle, gerade weil sie das Hier und Jetzt in einen größeren Zusammenhang stellen und damit Verantwortung betonen und die Liebe als Richtschnur für das Handeln der Menschen beschreiben.

Braucht es noch staatliche Vorgaben wie das Tanzverbot an Karfreitag oder den arbeitsfreien Sonntag?

Becker: Ja. Wir können nicht den Verlust an Werten beklagen und dann die Ankerpunkte unserer Kultur und Tradition auflösen.

Spaltet Religion die Stadtgesellschaft?

Becker: Nicht die Religionen spalten die Gesellschaft, sondern schlechte Menschen tun dies. Leider werden Religionen oft als Vorwand missbraucht. Deshalb müssen wir auf die Kernbotschaft der verschiedenen Religionen verweisen, und das ist die Liebe. Wenn wir dabei zusammenstehen, können wir Fanatikern das Schwert von deren falscher Botschaft entreißen.

Sie setzen sich auch für ein Kirchenmuseum im neuen Stadthaus am Dom ein. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Becker: Das Museum soll an einem historischen Ort der christlichen Tradition, aber auch der kulturgeschichtlichen Bedeutung Frankfurts auf europäischer Ebene Rechnung tragen.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 27. Juni 2017 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe , .

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Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt". Mehr über den Publizisten und Erziehungswissenschaftler ist auf www.eimuth.de zu erfahren.

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Kommentare zu diesem Artikel

  • Friedrich Peter Niebling schrieb am 27. Juni 2017

    „Nicht die Religionen spalten die Gesellschaft, sondern schlechte Menschen tun dies.“ Ist es nicht ebenso schlecht, von schlechten Menschen zu sprechen? Das ist ein uralter, unheilbringender Zopf. Wir die Guten und ihr die Schlechten. Wie perfekt muss ein Mensch sein, wie muss er funktionieren, um nicht als schlechter Mensch gesehen zu werden? Ist Herr Becker ein schlechter Mensch, weil er sich an der üblichen, aber unheilvollen Spaltung beteiligt? Sicher nicht!!! Sicher ist es außerordentlich wichtig, die Gemeinsamkeiten der Religionen hervorzuheben. Und wenn es denn die Liebe ist, ist es an der Zeit, die primitive Einteilung in gut und schlecht, in hilfreiche Denkmodelle zu wandeln, was zugegeben, nicht so ohne weiteres gelingen kann. Im Übrigen ist das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Lebenskonzepte, ein hervorragender Anlass zur Bewusstseinsbildung, wenn dies denn bewusst ist. Wobei die Bewusstseinsbildung darauf gerichtet sein sollte, was in mir, mich veranlasst so zu reagieren, wie ich es tue.
    Friedrich Peter Niebling

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